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"Lohnunternehmen können im kommenden Frühjahr Liquiditätsprobleme erleiden, wenn sie die höheren Kraftstoffkosten des laufenden Jahres nicht an die Landwirte weiter geben konnten", warnte Konrad Schindehütte, Vorsitzender des Bundesverbandes der Lohnunternehmen (BLU), heute auf einer Pressekonferenz anlässlich der Eurotier 2000 in Hannover. Schindehütte sprach zwar nicht von einer "Pleitewelle", stellte jedoch klar, dass nicht alle Lohnunternehmen die höheren Kraftstoffpreise den Landwirten in Rechnung stellen konnten. Nach Darstellung von Schindehütte hat sich der Kraftstoffpreis seit Ende 1998 bis Mitte November 2000 um fast 180 Prozent verteuert. Für das kommende Jahr rechnet der BLU unter der Annahme gleich bleibender Marktpreise mit Mehrkosten von 150 Prozent gegenüber Ende 1998, wobei der Ausgleich durch den Agrardiesel bereits berücksichtigt sei. Insgesamt betrage die zusätzliche Kostenbelastung rund 12 Prozent des Umsatzes der Lohnunternehmen. Nach Darstellung von Schindehütte entspricht dies zum Teil der Umsatzrendite der Unternehmen. Nach Angaben des Verbandes erzielten die 2800 pofessionellen Lohnunternehmen in Deutschland 1999 einen Umsatz von 2,6 Mrd. DM. Etwa ein Drittel der Unternehmen setze jährlich zwischen 500.000 und 1 Mio. DM um. Ein weiteres Drittel erziele einen Umsatz von mehr als 1 Mio. DM. (Pa)
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