Lonza startet mit Schneckenkorn


Die Lonza AG im Schweizer Visp will ab Herbst eigene Schneckenpellets in Deutschland anbieten. Der Chemiekonzern ist Hersteller des führenden Wirkstoffes.

Die neuen Pellets basieren auf dem Wirkstoff Metaldehyd, den Lonza unter dem registrierten Markenzeichen Meta vor mehr als 50 Jahren zur Schneckenbekämpfung eingeführt hat. Bislang vermarktet das Schweizer Unternehmen den Wirkstoff jedoch ausschließlich an Firmen, die daraus ihre jeweiligen Schneckenkorn-Produkte herstellen. „Jetzt wollen wir unsere Expertise darauf verwenden, selbst auch eigene Pellets herzustellen", kündigte Lonza-Produktmanager Eric Gussin am heutigen Freitag bei einer Presseveranstaltung in Visp an.

Ein wichtiger Schritt sei die europäische Re-Registrierung des Wirkstoffs gewesen, die 2011 erfolgreich abgeschlossen wurde. Daraufhin habe Lonza ein eigenes Herstellungsverfahren für die Schneckenköder entwickelt und für die Produktion in Visp eine neue Anlage gebaut, schilderte Gussin die Vorbereitungen. Die Lonza-Schneckenpellets sollen nach Aussage des Produktmanagers schneller und sicherer wirken als die bisher üblichen Standards in der Schneckenbekämpfung.

Die neuen Schneckenköder werden Landwirten in Deutschland voraussichtlich noch 2013 zur Verfügung stehen. In Österreich sind die Pellets bereits unter dem Markennamen Axcela zugelassen. In weiteren europäischen Ländern werden die Zulassungen erwartet.

Lonza hat im Jahr 2012 einen Umsatz von rund 3,9 Mrd. Schweizer Franken oder umgerechnet gut 3,2 Mrd. € erzielt. Dazu hat der Bereich Life Science Ingredients, zu dem auch das Metaldehyd-Geschäft gehört, umgerechnet etwa 613 Mio. € beigetragen. Weitere Agrarprodukte von Lonza sind Vitamine für die menschliche Ernährung und als Tierfutterzusatz. Der Konzern ist insgesamt stark diversifiziert. Das Spektrum reicht von mikrobiellen Zusätzen zur Wasseraufbereitung über Holzschutzmittel bis zu Zwischenprodukten für die Pharmaindustrie. (db)
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