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Warenrückverfolgung der Zukunft basiert auf moderner Kommunikationstechnologie

Agrarzeitung Ernährungsdienst 11. März 2006; Von Brigitte Stein, Frankfurt a.M.

Eine einheitliche Datenbank, in der jeder Entstehungsschritt eines Lebensmittels nachgelesen werden kann, ist noch Zukunftsmusik. Das von T-Systems ins Leben gerufene Unternehmen Transparent Goods bietet die Voraussetzungen dafür.

Die gesetzlich vorgeschriebene Warenrückverfolgbarkeit von Lebensmitteln über die gesamte Kette sieht vor, dass jeder Teil der Verarbeitung nur die ihm vor- und nachgelagerte Stufe im Blick hat. Für rasche Rückrufe und die schnelle Suche nach Ursachen bei Problemen ist das zwar ein Fortschritt, aber moderne Informations- und Kommunikationstechnik bietet eigentlich mehr. Zur diesjährigen Fruit Logistica wurde die Transparent Goods GmbH, Düsseldorf, als Tochter der T-Systems gegründet.

Neutrale Gesellschafter gesucht

T-Systems, eine Tochter der Deutschen Telekom für Geschäftskunden, hat im Laufe des vorigen Jahres das Datenbanksystem Commodity Online Services (COS) entwickelt, mit dem eine weltweite und lückenlose Warenrückverfolgung über die komplette Lieferkette möglich wird. COS orientiert sich an den Anforderungen des Handels, der Produzenten und der Erzeuger. T-Systems stellt die technischen Voraussetzungen zur Verfügung, mit denen Landwirte, Händler und Verarbeiter ihre Angaben in diese Datenbank einspeisen. Transparent Goods vertreibt die COS-Lösung und möchte sie als Standard im Markt etablieren. Zu den ersten Kunden zählen das European Egg Consortium (EEC), die Food Plus GmbH und der Deutsche Fruchthandelsverband. Die Food Plus GmbH mit Sitz in Köln unterstützt als Non-Profit-Organisation Eurepgap (siehe Kasten). Für eine weitere Marktdurchdringung verkündete Transparent Goods bereits zur Fruit Logistica, dass weitere Gesellschafter gern gesehen sind. Allerdings sollten es eben auch neutrale Organisationen sein. „Unternehmen der Supply Chain kommen nicht in Frage“, erklärte Dr. Herbert Machill, der die Geschäfte der Transparent Goods kommissarisch führt. Sie könnten das System zu sehr in die Nähe ihres eigenen Unternehmens bringen wollen und damit der weltweiten Nutzung im Wege stehen.

Seit dieser Woche zeichnet neben T-Systems auch die GS1 Germany als Gesellschafterin von Transparent Goods. Das Unternehmen, eine jeweils 50-prozentige Tochtergesellschaft des Eurohandelsinstituts (EHI) und des Markenverbandes, ist führend in der Warenrückverfolgung.

Eier in der Datenbank

Derzeit wohl bekanntester Nutzer der Datenbank COS ist das European Egg Consortium (EEC), Bonn. Denn hinter dem Zahlencode, der auf den Eiern prangt, steckt die Datenbank COS, die eine Rückverfolgung bis hin zum Futtermittelwerk ermöglicht. Für die Verbraucher sichtbar ist allerdings nur die Rückverfolgung bis zum Legebetrieb über die Website www.was-steht-auf-dem-Ei.de. Immerhin umfasst diese Datenbank 5.000 Legehennenställe und die dazwischen-geschalteten 60 Packstellen. Künftig soll auch die gesamte Lieferkette bis ins Mischfutterwerk in der gleichen Datenbank erfasst sein. Daran arbeitet T-Systems allerdings noch. Nach den Plänen soll weltweit jeder Ackerstandort mit einem 22-stelligen alphanumerischen Code versehen werden. Ulrich Boysen, Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbandes (DFHV), kündigte zur Fruit Logistica eine Teilnahme an dem Projekt an. Dazu werden die Mitglieder des DFHV die Ergebnisse aus den Rückstandskontrollen in die Datenbank einstellen.

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