Kerosin aus Leindotter soll Flugzeuge antreiben. In einem umfangreichen Forschungsprojekt testen Partner aus Wissenschaft und Industrie, wo der Rohstoff wachsen könnte. Die Leuphana Universität Lüneburg, die Deutsche Lufthansa AG und das auf Rohstoffkonzepte spezialisierte Unternehmen Inocas wollen künftig gemeinsam Biokerosin entwickeln. Als Ausgangsstoff dient die Ölpflanze Leindotter, auch Camelina genannt. Erste Feldversuche laufen seit 2011 in der Ukraine und in Rumänien, wo Leindotter auf Brachflächen sowie im Mischfruchtanbau mit Erbsen oder Sojabohnen getestet wird. Künftig ist in dem mit öffentlichen Mitteln geförderten Projekt geplant, auch in Deutschland und anderen europäischen Staaten Ölpflanzen als Zwischenfrucht auf temporären Brachflächen oder als Untersaat anzubauen. Wichtig ist den Projektpartnern, dass keine Nutzungskonkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung entsteht.

Der Einsatz von Biokerosin ist Bestandteil der Lufthansa-Strategie zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen. Das Unternehmen hat bereits biosynthetischen Treibstoff im Praxiseinsatz erfolgreich getestet. Jetzt untersuchen die beteiligten Projektpartner Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit und Zertifizierung der Rohstoffe. Erst wenn ausreichend geeignete Rohstoffe für den Routinebetrieb sichergestellt sind, will Lufthansa die Tests weiterführen. (az)
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