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Die USA, Kanada, Mexiko, Australien und Süd-Korea weiteten ihr Importverbot für Fleisch und Fleischprodukte von Paarhufern auf die gesamte EU aus. Vor allem Dänemark ist von den Importverboten betroffen, schreibt die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Allein die USA und Korea nehmen jährlich rund 20 Prozent der dänischen Schweinefleischexporte an Drittländer auf. Dänemark exportierte 1999 rund 577.000 t Schweinefleisch in Drittländer. Japan verbietet bisher nur Importe aus Großbritannien und Frankreich. Fleischimporteure seien jedoch sehr verunsichert und bevorzugen zurzeit Schweinefleisch aus den USA und Kanada, berichtet Reuters weiter. Japan bezieht mit 173.000 t rund 30 Prozent der dänischen Drittlandsexporte an Schweinefleisch.

Für den Fall einer weiteren Ausbreitung des MKS-Virus auf dem europäischen Festland kündigten die Niederlande und Portugal Vorsorgeimpfungen an. Der niederländische Agrarminister Laurens-Jan Brinkhorst sieht in diesem Fall keinen Verstoß gegen das geltende EU-Recht.

EU-Verbraucherkommissar David Byrne bedauerte am Mittwoch vor dem Europäischen Parlament in Straßburg die Handelsbeschränkungen der USA. Es werde nicht anerkannt, dass die EU zum einen sehr entschieden gegen die Seuche vorgehe und zum anderen sich das Geschehen auf Großbritannien und Frankreich beschränke. Es drohe wegen der Maul- und Klauenseuche aber kein neuer transatlantischer Handelsstreit. (Pa/Mö)
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