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EU-weit sollen alle möglicherweise mit Medroxy-progesteron-Acetat (MPA) belasteten Futtermittellieferungen nachverfolgt werden. Im Falle eines positiven Befundes in Futtermitteln sollen die damit gefütterten Tiere erst nach analytischem Negativbefund für die Vermarktung freigegeben werden. Darauf haben sich Vertreter der EU-Kommission, der Niederlande, Belgiens und Deutschlands am Freitag in einer Experten-Sitzung in Brüssel verständigt. Allen Tierhaltern, die von betroffenen Futtermittelherstellern beliefert wurden, werden aufgefordert, bis zum Vorliegen der Futtermitteluntersuchungen von Schlachtungen abzusehen, teilt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMVEL) mit. Mit den Bundesländern seien entsprechende Vereinbarungen getroffen worden. Bei positiven Befunden würden die belieferten landwirtschaftlichen Betriebe gesperrt, die Schlachttiere untersucht und nur bei negativen Befunden freigegeben.

Die EU-Kommission hat zudem für den 16. Juli eine weitere Sondersitzung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit anberaumt, auf der über das weitere Vorgehen beraten werden soll.

Der Sachstand vom Freitag ist laut BMVEL folgender:

Futtermittel
Die am 2. Juli gemeldete Futtermittellieferung (Weizenquellwasser) nach Niedersachsen ist überprüft. Es fanden sich in zwei Proben jeweils ca. 0,2 mg/kg MPA. Im Fleisch von zwischenzeitlich geschlachteten Schweinen des Betriebes konnte kein MPA nachgewiesen werden. Die Betriebssperrung wurde aufgehoben.
Die am 9. Juli gemeldete Futtermittellieferung (Weizenstärke) nach Nordrhein-Westfalen wird derzeit überprüft, der belieferte Betrieb ist gesperrt und nach dem Fleischhygienegesetz unter Kontrolle.
Die am 11. Juli in Nordrhein-Westfalen identifizierten Betriebe, die möglicherweise mit MPA belastete Melasse aus den Niederlanden zu Futtermitteln verarbeitet haben, sind gesperrt. Die dort gezogenen Proben werden derzeit untersucht.

Fleisch:
Die Lieferungen von etwa 7.500 Schweinen sind in den Ländern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen überprüft worden. Das Fleisch ist bereits verarbeitet worden, Proben konnten keine mehr genommen werden. Die am 11. Juli gemeldete Lieferung von Fleisch von weiteren ca. 2.000 Schweinen aus Belgien nach Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird derzeit von diesen Ländern weiterverfolgt.

Am Sonntag wurden aber Deutschland, Belgien, Dänemarkt, Schweden und Frankreich über das EU-Schnellwarnsystem informiert, dass in diese Länder weitere mit MPA belastete Futtermittel gelangt sind, teilt das BMVEL mit. (ED)
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