Mais bringt Polens Erntebilanz ins Plus


Die polnische Getreideernte 2012 geht mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis in die Statistik ein. Raps schneidet weniger gut ab. 

Noch einmal kräftig nach oben gesetzt hat das Warschauer Statistikamt im Dezember die Zahlen zur polnischen Ernte 2012. Für Getreide einschließlich Mais nennt die Behörde jetzt eine Ernte von 28,5 Mio. t. Die Menge wäre jeweils etwa 7 Prozent größer als im Vorjahr und als im mehrjährigen Durchschnitt. Zur vorangegangenen offiziellen Schätzung im Oktober war ein Anstieg um 5 Prozent prognostiziert worden.

Den Ausschlag für die höhere Zahl gibt Körnermais, der in Polen 2012 auf einer außergewöhnlich großen Fläche angebaut worden ist. Sie war im Vergleich zum Vorjahr um 63 Prozent gewachsen. Dank guter Erträge ist die Ernte im Jahresvergleich sogar um 67 Prozent auf rund 4,0 Mio. t gestiegen.

Grund für die starke Ausdehnung des Maisanbaus waren die umfangreichen Auswinterungen, die vor allem Weizen betroffen hatten. Nur ein Teil der Ausfälle ist durch Sommerweizen ausgeglichen worden. Das Statistikamt schätzt, dass 2012 in Polen 8,6 Mio. t Weizen und damit 8 Prozent weniger als im Vorjahr gedroschen worden sind. Auch Triticale zeigt mit einer Erntemenge von rund 3,3 Mio t im Jahresvergleich einen erheblichen Rückgang um 21 Prozent.

Dagegen hat sich Roggen als winterhart erwiesen. Die Agrarstatistik nennt jetzt für 2012 eine Erzeugung von fast 2,9 Mio. t und damit 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch stärker um 26 Prozent zugelegt hat die Gerstenerzeugung. In Polen spielt wegen der Auswinterungsgefahr traditionell Sommergerste die größere Rolle. Insgesamt beträgt die Gerstenernte 2012 fast 4,2 Mio. t.

Den Inlandsbedarf von etwa 27,4 Mio. t. kann die polnische Getreideernte 2012 aus statistischer Sicht problemlos decken. Das gilt jedoch nicht für einzelne Getreidearten oder Qualitäten. Vor allem Weizen ist begehrt.

Etwas höher als im Oktober schätzt das Statistikamt auch die polnische Rapsernte 2012 ein. Sie könnte 1,9 Mio. t erreicht haben und damit 2 Prozent größer als im Vorjahr ausgefallen sein. Im Vergleich zum Mehrjahresdurchschnitt fehlen jedoch 10 Prozent. Die Erntemenge entspricht etwa der Inlandsnachfrage. (db)
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