Mit sich andeutenden klimatischen Veränderungen startet die Maisaussaat in Nordwestdeutschland immer früher, als das in der Vergangenheit empfohlen wurde. Grundsätzlich sollte aber flexibel reagiert und nicht nach dem Kalender gesät werden. Die Wahl des richtigen Termins für die Maisaussaat erfordere von den Landwirten ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und Erfahrung, erklärt Norbert Erhardt von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in einer Mitteilung des Deutschen Maiskomitees (DMK).

Restfeuchte des Winters nutzen

Seit den hochsommerlichen Bedingungen im April 2007 sei der Trend hin zu einer früheren Aussaat zu erkennen. Aussaattermine um Mitte April, zum Teil sogar noch früher, hätten sich regional etabliert. Frühe Trockenphasen begünstigen die Bodenbearbeitung und die Bestellung. Sofern Niederschläge ausbleiben, kann der Mais die Restfeuchte aus den Wintermonaten für einen sicheren Feldaufgang nutzen. Die frühere Saat verlängert auch die Vegetationsphase, sodass die Pflanzen die Maisonne für eine zügige Jugendentwicklung und ein stärkeres Wachstum von Pflanzen und Wurzeln nutzen können. Früh gesäter Mais weist oftmals dickere Stängel auf als die später gesäten Bestände, bei denen die Maispflanzen schneller in das Streckungswachstum kommen.

bei kaltem Boden verzögerter Feldaufgang möglich

Die frühe Aussaat birgt allerdings auch Risiken. Sofern beispielsweise die Bodentemperatur nach der Aussaat nicht hoch genug ist, verzögert sich der Feldaufgang. „Den Beständen fehlt es an Zug“, beschreibt Erhardt. Kälteeinbrüche in der Keim- und Auflaufphase würden erhebliche Keimlingsausfälle nach sich ziehen. Der Saattermin dürfe keinesfalls isoliert betrachtet werden. Eine erfolgversprechende Aussaat könne erst dann erfolgen, wenn Maßnahmen wie die Bodenbearbeitung unter bodenschonenden Bedingungen möglich waren.

Saatbettbereitung und Aussaat aufeinander abstimmen

Diese könnte unter Umständen auch schon nach der Ernte der Vorfrucht durchgeführt und durch einen gezielten Zwischenfruchtanbau konserviert werden. Günstige Bodenverhältnisse könnten dann ab Mitte April für die Maisbestellung auch auf schweren Standorten genutzt werden. Saatbettbereitung und Aussaat müssten aufeinander abgestimmt werden. „Sollte das fertige Saatbett erneut durch Niederschläge durchfeuchtet werden, kann sich die Maisaussaat schnell so weit verschieben, dass Ertragsausfälle aufgrund fehlender Vegetationszeit vorprogrammiert sind“, warnt Erhardt. (az)
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