Spritzungen sind nur regional und nach Warndienstaufruf erlaubt.
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Spritzungen sind nur regional und nach Warndienstaufruf erlaubt.

Begünstigt wird ein Befall der Maispflanzen mit Blattkrankheiten durch die feuchte Witterung am Wochenende und den bevorstehenden Temperaturanstieg.

Im Südwesten liegen Warnungen für die Anbauregionen Ravensburg, Biberach, Sigmaringen, Alb-Donau Kreis, Konstanz und den Bodenseekreis vor. Auf Flächen mit Befallsrisiko geht der Pflanzenschutzdienst davon aus, dass den nächsten zwei Wochen eine Fungizidbehandlung sinnvoll sein könnte.

Die Experten empfehlen den Landwirten, die eigenen Erfahrungen zum regionalen und betrieblichen Befallsrisiko in die Behandlungsentscheidung einzubeziehen. „Wenn kein Befallsrisiko für Ihren Mais besteht, sollte von einer Behandlung in jedem Fall abgesehen werden", fordert der Pflanzenschutzdienst in Baden-Württemberg ausdrücklich.

Praktische Tipps
Pflanzenschutzberater empfehlen, die Spritzung in jedem Fall in den Abendstunden durchzuführen, weil die Maispflanzen dann beweglicher sind und weniger zum Abbrechen neigen. Mögliche Fungizide, die zur einmaligen Bekämpfung eingesetzt werden dürfen, sind Retengo Plus (1,5 l/ha) oder Quilt Xcel (1,0 l/ha). Empfohlen sind  eine Fahrgeschwindigkeit um 6 km/h und eine Wasseraufwandmenge von 300 l/ha. Für Fungizid und Durchfahrt nennt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Kosten von etwa 80 €/ha. (db)
Auch in Nordrhein-Westfalen betonen die Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer, dass nur in anfälligen Sorten auf Problemstandorten ein Einsatz von Fungiziden notwendig werden könnte. Eine hohe Gefährdung könnten CCM- oder Körnermaisbestände auf leichteren Standorten und hohen Maisanbaudichten in der Region aufweisen. Für Nordrhein-Westfalen nennt die Kammer Einzelschläge im Kreis Borken, Steinfurt, Gütersloh und Warendorf.

In Hessen darf eine Fungizidmaßnahme im Mais nur nach vorheriger Beratung durch den amtlichen Pflanzenschutzdienst durchgeführt werden. Ein hohes Befallsrisiko muss gegeben sein. „Eine Bekämpfung ist nur dann erlaubt, wenn die Beratungskraft die Bekämpfungsmaßnahme  befürwortet", heißt es in den hessischen Vorschriften.

Erstmals können deutsche Landwirte in dieser Saison Mittel gegen Blattkrankheiten in Mais anwenden. Kürzlich sind für zwei Hersteller Maisfungizide zugelassen worden. (db)
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