Report Logistik

„Marke Eigenbau“ bewährt sich

Klaus Kather (l.) und René Pape sind stolz auf „ihren“ Sensor.
-- , Foto: dg
Klaus Kather (l.) und René Pape sind stolz auf „ihren“ Sensor.

Die Deumeland-Kather GbR bewirtschaftet Kather gemeinsam mit einem Gesellschafter seit 1994. Der studierte Landwirt aus Ummendorf in Sachsen-Anhalt lagert den kompletten Weizen von etwa 600 ha an drei Standorten selber ein. Lagerraum von insgesamt 8500 t steht im Unternehmen zur Verfügung.

Die noch effizientere Überwachung seiner Getreidebestände lag Kather schon seit geraumer Zeit am Herzen. Gemeinsam mit seinem Computerspezialisten René Pape aus dem Nachbarort Völpke tüftelte er deshalb an technischen Möglichkeiten. Vor zwei Jahren hat sich Kather für ein neues System zur Kontrolle und Steuerung der Belüftungsanlage entschieden.

Eigens von Pape entwickelte Sensoren werden in Edelstahlrohren in die Getreideberge hineingelassen. Sie übermitteln kabellos und batteriebetrieben die aktuellen Daten aus dem Getreide per WLAN an ein Portal im Internet. Dort sind die Daten jederzeit abrufbar. Neben der aktuellen Temperatur ist ebenso der Luftfeuchtegehalt an der Stelle einsehbar.

Wetterbericht hat ausgedient

In einer Tabelle und einem Diagramm werden die erfassten Daten aktuell und in Historie dargestellt. Ab einer selbst gewählten Temperatur gibt das System eine Warnung per E-Mail ab. Ist das Getreide zu warm geworden, wird das Gebläse in einstellbarer Abhängigkeit von der Außentemperatur eingeschaltet. „Damit spare ich eindeutig Stromkosten“, weiß Kather. In der Vergangenheit habe er teilweise auch unnötig belüftet und sich nach dem Wetterbericht gerichtet. „Wir lüften heute weniger; das System erlaubt eine effizientere Handhabung“, ist er überzeugt. Darüber hinaus werden Kondensation und die Entstehung von Schwitzschichten aufgrund der effektiven Belüftung verhindert.


Um die Erntemengen zügig unter Dach und Fach zu bringen, wird auch eine umgebaute Schneefräse genutzt.
-- , Foto: Kather
Um die Erntemengen zügig unter Dach und Fach zu bringen, wird auch eine umgebaute Schneefräse genutzt.

Weniger als 10°C optimal

So ist das Getreide auf unter 17°C herabgekühlt, allein um die Aktivität der Käfer zu reduzieren. Temperaturen von weniger als 10°C sind optimal. Wärmenester im Getreide, die sich im Laufe der Zeit entwickeln können, entdeckt das System und meldet sie an den Server. Die Anzahl der 2 m langen Sensoren im Lager hängt von der Bauform des Lagers und der Art der Belüftung ab. Eine Faustzahl sind zwei Sensoren pro 500 t. Pape stellt sich auf die individuellen Wünsche der Kunden ein. Problembereiche erfordern mehr Sensoren. Ein Gerät deckt einen Funkradius von etwa 200m ab, erklärt er. Mit Repeatern kann die Reichweite vergrößert werden. Etwa 100€/Sensor veranschlagt der Computerspezialist. Hinzu kommt der Service. Kather hat für sein neues System rund 2000 € ausgegeben. Mit den gesparten Stromkosten finanziert er die Abschreibung der Anlage.

Die Daten sind stets auch auf einem anderen PC einsehbar und müssen nicht zwingend vor Ort abgerufen werden. Wenn ein Festnetzanschluss nicht vorhanden ist, können die Daten über Mobilfunk gesendet werden. „Ich kann die Informationen auch im Urlaub überprüfen“, so Kather. Wenn er auf dem Hof ist, kontrolliert er die Bestände aber durchaus auch persönlich. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Kather sein Getreide von Oktober bis März kontinuierlich vermarktet, ist eine ständige Kontrolle der Ware notwendig. (dg)
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