az-Länderserie Vereinigtes Königreich

Marktbericht: Bei gutem Wetter Weizenexporteur


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In der Erzeugung von Weizen, Raps und Gerste liegt die Insel nach den jüngsten Erhebungen der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO 2013 weltweit auf Rang 14, 9 und 8. Allerdings muss hier erwähnt werden, dass die Ernten 2013 unter ungünstigen Witterungsverhältnissen gelitten haben: Mit knapp 12 Mio. t Weizen (durchschnittlicher Ertrag: 7,38t/ha) holten britische Erzeuger die zweitschlechteste Ernte der vergangenen 25 Jahre von den Feldern. Bereits 2014 erreichte die Weizenerzeugung wieder 16,6 Mio. t, wobei im Mittel ein Ertrag von 8,6t/ha erzielt wurde. Der durchschnittliche Weizenertrag in der EU lag 2014 bei 6,1 t/ha. Auch die diesjährige Ernte dürfte Marktbeobachtern zufolge vielversprechend ausfallen. Der EU-Prognosedienst MARS bezeichnete die Witterungsbedingungen zuletzt als hervorragend.

Fällt die Ernte nicht wie 2013 ins Wasser, ist das Vereinigte Königreich Nettoexporteur von Weizen. Die Weizenimporte werden im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 voraussichtlich 1,3 (Vorjahr: 2,0) Mio.t erreichen, davon 940.000 t aus EU-Partnerstaaten sowie 380.000 t aus Drittstaaten. Angewiesen ist Großbritannien auf Weizen mit hohem Proteingehalt.

Die Ausfuhren werden sich nach Einschätzung des Maklerbüros Tallage in dem Marktbericht ‚Stratégie Grains‘ auf 2,5 Mio. t belaufen, nach nur 700.000 t im Vorjahr, wobei es sich mehrheitlich um Futterweizen handelt. Hauptabnehmer innerhalb der EU war im bisherigen Saisonverlauf (Juli bis Februar) Spanien mit 402.000 (101.000) t, vor den Niederlanden mit 142.000 (99.000) t und Portugal mit 136.000 (41.000) t. Unter den Drittstaaten floss der meiste Weizen mit 257.000 (26.000) t nach Algerien, gefolgt mit deutlichem Abstand von Thailand mit 81.000 t und den Philippinen mit 53.000 t. Auch die britischen Exporteure profitieren dabei wie ihre Kollegen im Euroraum von der festeren Entwicklung des US-Dollars. Zwar hat das britische Pfund nicht im gleichen Ausmaß wie der Euro gegenüber dem Dollar abgewertet, dennoch verlor die Währung seit dem vergangenen Sommer gut 10 Prozent.

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Die britische Rapsproduktion wird in der laufenden Saison 2014/15 auf 2,5 (2,1) Mio. t taxiert, basierend auf einem durchschnittlichen Ertrag von 3,7 t/ha. Davon sollen Marktbeobachtern zufolge 557.000 t exportiert werden, und zwar ausschließlich im EU-Binnenmarkt.

Die britische Gerstenernte erreichte 2014 rund 6,9 (5,8) Mio. t. Dieses Jahr rechnet Tallage mit 6,7 Mio. t Gerste – davon 2,9 Mio. t Winter- und 3,7 Mio. t Sommergerste. Der durchschnittliche Ertrag belief sich auf 7,21 t/ha bei der Winterung (EU-Durchschnitt: 5,91 t/ha) und auf 5,87 t/ha bei der Sommerung (EU-Durchschnitt: 4,16 t/ha).

Die britischen Gerstenimporte in der laufenden Kampagne werden auf 76.000 (108.000) t veranschlagt. Die Exporte sollen laut Tallage ein Volumen von 1,5 Mio. t erreichen (Vorjahr: 576.000 t), wovon 866.000 t in andere EU-Länder verladen werden und wurden, und 655.000 t in Destinationen außerhalb der Staatengemeinschaft.

Im bisherigen Saisonverlauf war der Hauptabnehmer innerhalb der EU laut den Statistiken des HGCA (Home Grown Cereals Administration) Spanien mit 220.000 (24.000) t , vor den Niederlanden mit 103.000 (232.000)t, Deutschland mit 85.000 (72.000) t und Portugal mit 84.000 (70.000) t. Unter den Drittländern führt Algerien das Tableau der Importeure britischer Gerste mit 164.000 (99.000) t an. (az)

Mit herzlichem Dank für die Unterstützung an KS Agrar
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