Jetzt ist es amtlich. Die vier großen Händler Edeka, Rewe, Schwarz Gruppe und Aldi vereinen 85 Prozent des bundesweiten Absatzes im Lebensmitteleinzelhandel und damit auch 85 Prozent der Nachfragemacht. Der Handel nutzt seine Vorteile in den Verhandlungen mit den Markenherstellern, stellt das Amt ohne Zweifel fest.

Kleinere Wettbewerber im Lebensmitteleinzelhandel haben das Nachsehen. Es gebe zwar auch auf der Lieferantenseite große Player. Die großen Hersteller sitzen lediglich am längeren Hebel, wenn es um Produkte mit einer gewissen Markenstärke geht. Das Kartellamt sieht dies aber nur bei 6 Prozent der Produkte als gegeben an. Die Abnahmemenge spielt bei den Konditionen die herausragende Rolle.

„Die vorgetragene These, dass oft auch kleine Nachfrager bessere Konditionen erhalten als die Mitglieder der Spitzengruppe, ließ sich nicht belegen“, so der Bericht. Als Ergebnis verspricht das Amt, die strenge Linie der Fusionskontrolle beizubehalten. Jede vorgesehene Übernahme durch ein großes Handelsunternehmen werde jetzt der verschärften Kontrolle unterliegen.

Edeka, Rewe, Schwarz Gruppe und Aldi sind also marktmächtig im Sinne des Wettbewerbsgesetzes und werden somit einer besonderen Verhaltenskontrolle durch das Kartellamt unterliegen. Ob das Verhalten missbräuchlich ist, muss dann im konkreten Fall untersucht werden, so heißt es. Weitere europäische Kooperationen werden ebenfalls kritisch beäugt. (hed)
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