Milcherzeuger profitieren von besseren Marktbedingungen. Die Milchpreise sind im Mai auf durchschnittlich 34,3 Cent/kg gestiegen und liegen damit um knapp 4 Cent/kg über dem allerdings schlechten Vorjahrespreis. Dies berichtet der Milchindustrie-Verband und geht davon aus, dass die Milchpreise noch steigen.

Ammerland zahlt über dem Schnitt

Das vermutet auch Ralf Hinrich, Geschäftsführer der Molkerei Ammerland im Nordwesten von Niedersachsen. Sie hat ihren Lieferanten 37 bis 39 Cent / kg Milch gezahlt, berichtet Hinrichs anlässlich der Generalversammlung der Molkerei in Spohle. Er kündigte einen weiteren Ausbau der Auslandstöchter an. Nach Ungarn und Singapur käme nun eine spanische Tochter dazu. Ammerland hatte 2012 den Umsatz um 3,6 Prozent auf über 600 Mio. € erhöht. Dazu wurden 1,286 Mrd. kg Milch von 1973 Lieferanten verarbeitet, ein Plus von 11,3 Prozent.

Nachfrage am Weltmarkt nimmt zu

Am Weltmarkt habe sich in Folge der Witterung die Steigerung der Milchproduktion abgekühlt, berichtet der MIV weiter. In Ozeanien sei derzeit das Saisontief bei der Milchproduktion erreicht. Gleichzeitig melden Schwellenländer im nordafrikanischen Raum aber auch China und andere asiatische Länder einen hohen Importbedarf für Milchprodukte.

Wie der australische Molkereikonzern Fonterra mitteilte, können die Lieferanten in dem Anfang Juni begonnenen Wirtschaftsjahr 2013/14 mit einem Erzeugerpreis von etwa 37,5 Cent/kg Milch rechnen, zu dem voraussichtlich noch die Vergütung von Genossenschaftsanteilen hinzukommt.

Exportgeschäft wird wichtiger

Für die Verbraucher wird sich die Situation in moderat anziehenden Preisen für Milchprodukte widerspiegeln. Sorgen bereiten dem Verband die Absatzzahlen im Inland. Der Verbrauch von Milchprodukten im Inland sinke, vermutlich aufgrund der sich ändernden demografischen Struktur.

Umso wichtiger sei daher die Pflege des Exportgeschäftes. Fast die Hälfte der deutschen Milch werde in Form von Käse, Milchpulver und Butter im Ausland verkauft, so der MIV. Von Bestrebungen, nach dem Auslaufen der Milchquote eine selbst auferlegte Begrenzung der Milchmenge einzuführen, erscheint dem Verband vor dem Hintergrund der guten Perspektiven auf den Absatzmärkten kontraproduktiv für Milcherzeuger und Molkereien.

BDM ruft zur Demo auf

Wesentlich anders schätzt der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) die Situation ein. Zurzeit liege der Weltmarkt-Endverbraucherpreis für Milch bei 51,34 Cent/kg. Die Milchviehhalter werden aber mit Preisen von 32 bis 34 Cent/kg Milch abgespeist. Für den morgigen Dienstag ruft der BDM daher seine Mitglieder zu einer Demonstration in Berlin auf. (hed)
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