Marokko braucht Weizen und Gerste


In Marokko deutet sich wachsender Importbedarf für Getreide an. Die Ernteaussichten in diesem Jahr sind niedrig. Mit einer marokkanischen Getreideernte von allenfalls etwa 4 Mio. t rechnet die US-Botschaft in Rabat 2012. Das wäre weniger als die Hälfte des Vorjahresergebnisses. Die niedrige Erwartung begründen die Amerikaner mit Trockenheit zur Herbstbestellung und ungewöhnlicher Kälte in den Wintermonaten. Auch jetzt soll es in Marokko viel zu trocken für das Wachstum des Getreides sein, das überwiegend ohne Beregnung angebaut wird. Niederschläge entscheiden deswegen Jahr für Jahr über die Erntehöhe. Sie weist nach Landesstatistiken in den vergangenen Jahren eine Spanne von 2,4 Mio. t bis 10,2 Mio. t auf. Das Fünfjahresmittel beträgt 6,7 Mio. t Getreide.

Den marokkanischen Bedarf an Weizen und Gerste beziffert die US-Botschaft auf zusammen etwa 12,5 Mio. t. Damit ist das Land in jedem Fall auf Importe angewiesen, die jedoch von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausfallen. In der laufenden Saison 2011/12 rechnet die US-Botschaft mit Importen von 3,2 Mio. t Weizen und 500.000 t Gerste. Wird die diesjährige Ernte so niedrig wie prognostiziert, könnten die Käufe auf mehr als 5,0 Mio. t Weizen und etwa 1,0 Mio. t Gerste ansteigen. Frankreich ist traditionell Hauptlieferland für beide Getreidearten. Zusätzlich bietet Marokko Absatz für nennenswerte Mengen Weizen aus den USA, Durum aus Kanada sowie Gerste aus Argentinien. (db)
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