Report Agritechnica

Maschine liefert Strohpellets direkt ab Feld

Für die Premos 5000 gibt es schon zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland.
-- , Fotos: Krone
Für die Premos 5000 gibt es schon zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland.

Strohpellets sind ein vielseitig einsetzbares Produkt. Ob als Einstreu in der Rinder- und Pferdehaltung, als rohfaserreiches Futter für Wiederkäuer und Sauen oder als Heizmaterial – in vielen Sektoren werden die kleinen, aus Getreidestroh gepressten Stifte geschätzt. Die Herstellung war bisher relativ umständlich. Auf dem Feld wird das vom Mähdrescher auf Schwad gelegte Stroh zu Ballen gepresst und abtransportiert. Vor der Weiterverarbeitung werden die Ballen wieder geöffnet und das Stroh wird fein gehäckselt. Erst nach dieser mit einigem Auf- und Abladen verbundenen Vorbereitung beginnt die eigentliche Pelletierung.

Unter der Bezeichnung Premos 5000 stellt Krone auf der Agritechnica eine gezogene Maschine vor, die all das in einem Arbeitsgang erledigt. Anschließend können die Pellets per Förderband auf ein Transportfahrzeug überladen und direkt an die Endkunden geliefert werden. Mit der Maschine lassen sich Heu, Stroh und Luzerne verarbeiten, wenn die Restfeuchtegehalte unter 16 Prozent liegen. Der Name Premos leitet sich vom Lateinischen „premere“ (pressen) ab; die Zahl „5000“ steht für die 5000 kg Bunkerkapazität. Die Stundenleistung beziffert Krone auf bis zu 5 t. Entwickelt wurde die Maschine gemeinsam von den Krone-Ingenieuren und dem Maschinenbauer Kalverkamp aus Riese bei Osnabrück.

Viel Zugkraft erforderlich

Während des Pelletierprozesses entstehen Temperaturen von 80 Grad Celsius und Drücke von bis zu 2000 bar. Dadurch verklebt das Stroh zu stabilen Pellets mit einer Restfeuchte von 12 bis 15 Prozent. Ist das Stroh zu trocken, kann durch Einsprühen von geringen Mengen Wasser oder Melasse ein stabiles Verkleben erreicht werden. Möglich sei auch, durch ein integriertes intelligentes Befeuchtungssystem das Material immer mit der optimalen Feuchte zu verarbeiten. Um den hohen Druck beim Pressen erzielen zu können, benötigt der Pellet-Vollernter eine leistungsstarke Zugmaschine. Krone empfiehlt einen Schlepper, der wenigstens 350 PS mitbringt.

Transport und Handling der Premos-Pellets sind ähnlich einfach wie bei Heizöl oder Holzpellets. Die Schüttdichte beläuft sich auf 600 bis 700 kg/m³, das ist drei- bis viermal mehr als bei Strohballen. Für die Pellets gibt es vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Als Brennstoff können 2,5 kg Strohpellets einen Liter Heizöl ersetzen. Allerdings verträgt nicht jeder Biomasseofen Stroh. Die grundsätzlichen Probleme der Strohverbrennung wie Schlacke- und Säurebildung bleiben auch bei den Pellets bestehen. Genutzt werden sollten deshalb nur Heizanlagen, die für die Strohverbrennung ausgelegt sind.

Auch als Einstreu in der Rinder- und Pferdehaltung werden Strohpellets schon heute genutzt. Punkten können sie dabei mit ihrer hohen Saugfähigkeit. Ein Kilogramm Pellets nimmt rund vier Liter Wasser auf. Als Rohfaserlieferant können Pellets zur Fütterung oder auch als Beschäftigungsmaterial eingesetzt werden. Durch die Erhitzung auf 80 Grad sind sie keimfrei, darüber hinaus gut dosierbar.

Flächenleistung gering

Die gepressten Stifte lassen sich vielseitig einsetzen.
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Die gepressten Stifte lassen sich vielseitig einsetzen.
Gute Erfahrungen haben Landwirte auch mit Strohpellets gemacht, die als Beschäftigungsmaterial für Ferkel und Mastschweine eingesetzt wurden. Großer Vorteil gegenüber gehäckseltem Stroh ist dabei vor allem die problemlose Entsorgung durch die Spaltenböden. Ein Nachteil des Vollernters ist die relativ geringe Flächenleistung, die bei einer Verarbeitungskapazität von 5 t/h deutlich unter 1 ha liegt. Klassische Strohballenpresse schaffen es, pro Stunde rund siebenmal so viel Stroh zu bergen. In der Erntezeit mit hohen Arbeitsspitzen und witterungsbedingt engen Zeitfenstern könnte sich das als Manko erweisen. Dessen scheint man sich auch bei Krone bewusst zu sein. Deshalb ist die Maschine so konstruiert, dass sie ganzjährig auch stationär eingesetzt werden kann.

Für den Hofbetrieb muss dann allerdings das Stroh wieder zuvor in Ballen gepresst und zum Pelletieren gelöst werden. Dazu liefert Krone einen direkt angebauten Ballenauflöser für Großpacken oder Rundballen. Das Material wird nach dem Auflösen in den Zuführkanal vor den Förderrotor auf das Zuführband gebracht. Für die Straßenfahrt oder bei gelegentlichen Feldeinsätzen wird der Ballenauflöser eingeklappt. Er kann aber auch mit wenigen Handgriffen komplett abmontiert werden. Einen interessanten Markt sieht der Maschinenbauer in Ländern mit anderen klimatischen Bedingungen als in Mitteleuropa, wo Stroh bei geringem Regenrisiko wochenlang auf dem Feld liegen bleiben kann. So ist genug Zeit, nach der Ernte die Strohpellets direkt auf dem Feld zu produzieren.

Preis noch nicht bekannt

Ob die Premos 5000 den bisherigen Produktionssystemen von Pellets Konkurrenz machen kann, wird nicht zuletzt vom Preis der Maschine abhängen. Noch will sich das Unternehmen dazu nicht äußern, bis zum geplanten Verkaufsbeginn im Jahr 2017 bleibt auch noch etwas Zeit zur Preisfindung.

Mit der bisherigen Resonanz auf die neue Maschine ist man am Sitz des Unternehmens in Spelle zufrieden. Die zahlreichen Anfragen sowohl aus dem In- als auch Ausland zeigten, dass der Pelletvollernter in der Landwirtschaft auf großes Interesse stößt, heißt es bei Krone. (SB)
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