Massen-DNA-Tests für Fleisch


Verarbeitungsprodukte aus Rindfleisch sollen ab März genauer unter die Lupe genommen werden. Die EU-Kommission will damit das Vertrauen der Verbraucher stärken.

Mit einem Testprogramm reagiert die EU-Kommission auf den Betrug mit Pferdefleisch. EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg kündigte auf dem Krisentreffen am Mittwochabend in Brüssel zahlreiche DNA-Analysen von Rindfleisch an.

Im März sollen in allen EU-Mitgliedstaaten 2500 Proben von Verarbeitungsprodukten aus Rindfleisch genommen werden. Ein solcher Test koste 400 €, von denen die EU die Hälfte übernehme, so Borg. Bis zum 15. April sollen die Testergebnisse veröffentlicht werden. Die EU-Kommission verspricht sich einen Überblick über mögliche falsche Kennzeichnung.

Außerdem möchte sie die Fleischkonsumenten beruhigen. Weiterhin sollen 2500 Proben von Pferdefleisch in der EU auf Phenylbutazon hin untersucht werden. Auch eine Testreihe für 1500 Proben von importiertem Pferdefleisch auf Medikamentenrückstände hin kündigte der EU-Verbraucherkommissar an.

Die Kommission möchte sicher gehen, dass von Pferdefleisch keine Risiken für die Gesundheit ausgehen. Der Vorschlag der Kommission wurde von den Landwirtschaftsministern auf dem Krisentreffen begrüßt. Am Freitag soll der Vorschlag dem Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit vorgelegt werden.

Im laufenden Pferdefleischskandal handele es sich wahrscheinlich um ein Verbrechen, erklärte der irische Ratspräsident Simon Coveney. Die EU-Mitgliedstaaten sollten deshalb ihre Erkenntnisse an Europol weitergeben.

Das erste Pferdefleisch wurde am 15. Januar in Irland entdeckt, berichtete Coveney. Dort werde besonders billiges Rindfleisch schon seit längerem mit der DNA-Analyse untersucht, um eine falsche Kennzeichnung auszuschließen. (Mö)
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