Teilnahmebedingungen
Bis zum 18.12.15 konnten Milch- und Fleischerzeuger, bei denen die Erzeugerpreise um mindestens 19 Prozent zurückgegangen sind und die ein Darlehen zur Liquiditätssicherung aufgenommen haben, einen Direktzuschuss bei der BLE beantragen. Bei Milch wurden die Preise des 2. Quartals 2015 und 2014 verglichen. Bei Fleisch galt je das 1. bis 3. Quartal 2015 und 2013. Der Kredit muss eine Laufzeit von 42 bis 72 Monaten sowie ein tilgungsfreien Jahr aufweisen. Der Zuschuss beträgt 10 Prozent des Darlehens und ist auf 10.000 € begrenzt. (sp)
Die hohen Erwartungen, die Landwirte an das Hilfspaket der EU gestellt hatten, sind in Deutschland enttäuscht worden. Denn das sogenannte Liquiditätshilfeprogramm der Bundesanstalt für Ernährung (BLE) und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist bilang nicht vollständig abgerufen worden. Insgesamt seien 7.800 Anträge eingegangen, teilten BLE und BMEL am Mittwoch gemeinsam mit. Das beantragte Gesamtvolumen belaufe sich nach ersten Schätzungen auf rund 60 Mio. €, hieß es weiter. Aus dem Topf an EU-Geldern hatte Deutschland 69 Mio. € für das Programm zur Verfügung gestellt.

Der Andrang hält sich in Grenzen: Noch sind Mittel im Liquiditätshilfeprogramm frei.
-- , Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Der Andrang hält sich in Grenzen: Noch sind Mittel im Liquiditätshilfeprogramm frei.
Wie erwartet haben sich viele Milchviehhalter an dem Programm beteiligt. Rund zwei Drittel aller 7.800 eingereichten Anträge stammen von ihnen. Die rund 75.000 Milchviehbetriebe in Deutschland sind nach der Abschaffung der Milchquote, dem Nachfrageeinbruch in China sowie dem Importembargo Russlands besonders stark von den Preisrückgängen in der gesamten Agrarbranche betroffen.

Nur kurze Verschnaufpause

Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Partei Bündnis 90/Die Grünen kritisiert: "Die Liquiditätshilfen für den Notfall sind zwar gut und notwendig, aber das Programm ermöglicht den meisten Betrieben nicht mehr als eine kurze Zeit zum Luftschnappen." Die Situation in der Landwirtschaft sei nach wie vor äußerst dramatisch.

Ob es eine zweite Antragsrunde geben wird, um die restlichen rund 10 Mio. € zu verteilen, steht noch nicht fest. Das will die BLE erst entscheiden, wenn alle Anträge bearbeitet worden sind. (sp)
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