Maßnahmen am EU-Getreidemarkt nichts Neues

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Zeitungsmeldungen, nach denen die EU-Kommission demnächst massiv die Weizenpreise drücken möchte, haben am Markt einige Unruhe ausgelöst. Tatsächlich hat sich die Politik der Kommission nicht verändert, schreibt die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer morgigen Ausgabe.
Im Verwaltungsausschuss Getreide am vergangenen Donnerstag hieß es seitens der EU-Kommission, dass sie keine Erstattungen für Weizen und Gerste gewähren werde, solange die Binnenmarktpreise in der EU so hoch seien. Eine Ausschreibung von deutschem Interventionsroggen für den Binnenmarkt ist seit längerem im Gespräch. Eine Ausschreibung von Gerste aus spanischen Interventionsbeständen für den Binnenmarkt wird wie geplant in diesen Tagen eröffnet.
Schließlich will die Kommission die Verhandlungen mit den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) über gegenseitige Zollabsenkungen wieder aufnehmen, um zur Doppel-Null-Lösung zu kommen. Das ist seit Wochen im Gespräch.

In Agenturberichten wurden diese altbekannten Tatsachen als ein Politikwechsel der Kommission dargestellt, dem bald Maßnahmen folgen würden. Genannt wurde die Kürzung oder Streichung von Importzöllen, der Verkauf von Interventionsgetreide auf dem Binnenmarkt und eine konsequente Null-Erstattungspolitik, die ab sofort zu niedrigeren Preisen in der EU führen sollten. Diese Meldungen verfehlten nicht ihre Wirkung. Allein auf Grund dieser Agenturberichte sollen die Getreidepreise in einigen Mitgliedstaaten unter Druck geraten sein. (Mö)

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