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Die Handhabung der Maut im Handel bewegt sich noch oft in einer Grauzone, berichten Korrespondenten der Agrarzeitung Ernärhungsdienst in deren heutiger Ausgabe. Bei norddeutschen Speditionen und Landhandelsbetrieben habe die Einführung der Mautgebühr bisher kaum zu Problemen geführt. Nachteile ergäben sich durch das neue Mautsystem vor allem für die landwirtschaftlichen Betriebe. Der Bezug von Düngemitteln sowie die Verladungen von hofeigenem Getreide zu den Mühlen oder in die Seehäfen werde durch die Mautgebühr teurer, da die Kosten über die Lkw-Fracht hin zu den Landwirten berechnet werden.

In Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg seien die Frachtkosten nach Aussagen des Handels häufig nicht nur um die Mautgebühren angehoben worden, sondern bis zum doppelten Betrag. Die Spediteure versuchten nun beispielsweise auch, gestiegene Treibstoffkosten in einer neuen Kalkulation an die Kunden durchzureichen.

Die Mühlen seien sich von Bremen bis Mannheim einig darüber, dass es bei den gegenwärtigen Getreideüberschüssen keinen Platz für frachtbedingte Preiserhöhungen gibt. Beim Mehlverkauf auf franko-Basis müssten sie die Maut tragen und sähen kaum Chancen für höhere Mehlpreise.(ED)
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