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Als losgelöst von der Ökonomie bezeichnete der Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Gerd-Heinrich Kröchert, gestern in Schwerin die Landwirtschaftspolitik der Bundesregierung. Er kritisierte dabei sowohl die Legehennen-Verordnung als auch das Vorhaben der Bundesregierung, für eine Herde von 1.000 Mastrindern künftig zehn Beschäftigte nachzuweisen. Vertretbar wären für diese Zahl zwei bis drei Arbeitskräfte, sagte Kröchert.

Als weitgehend allein gestellt sieht der Präsident die Landwirte in Bezug auf die BSE-Folgekosten. Zwar beteilige sich das Land zu einem Drittel an den direkten Entsorgungskosten. Den Hauptteil der Verluste müssten aber die Bauern selbst tragen. Das wären zum Beispiel auch die Kosten für die BSE-Tests (70 DM/Tier). Dazu käme, dass die Erzeuger für Rindfleisch 30 Prozent weniger erlösten als vor der BSE-Krise. Die gegenwärtige Unsicherheit drückt sich laut Kröchert auch darin aus, dass die Bauern vorgesehene Investitionen zurückstellen. (Bm)
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