Die ganz pessimistischen Erwartungen sind nicht eingetreten. Der Fachverband Biogas hat am Donnerstag die Branchendaten für 2016 veröffentlicht. Sie zeigen, dass im Vorjahr 205 neue Biogasanlagen ans Netz gegangen sind. Ursprünglich war der Verband nur von 150 Investitionsvorhaben ausgegangen. Im Gegenzug sind 2016 zehn Anlagen stillgelegt worden. Damit ist die Zahl der Biogasanlagen in Deutschland 2016 auf gut 9.200 angewachsen.

Für das laufende Jahr 2017 prognostiziert der Verband einen leichten Rückgang beim Anlagenneubau. Erwartet werden Investitionen in 143 Anlagen, wovon allein 130 Güllekleinanlagen sind. Nach Abzug von Stilllegungen geht Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas, von einem Nettozubau von 137 Neuanlagen aus. Bei den Bestandsanlagen verstärkt sich nach seinen Angaben noch mal die Flexibilisierung. dies führe zu einer prognostizierten Leistungserhöhung um 23.900 kW.
Das Wachstum bei den Neuanlagen sei im Vergleich zu früheren Jahren nach wie vor sehr gering, so Seide. Investitionen in die Flexibilisierung der Anlagen wie auch das Exportgeschäft ermöglichten den Anlagenbauern derzeit das Überleben.

Die jetzt gestartete Ausschreibung für Biomasseanlagen beurteilt der Fachverband zurückhaltend. Die Biogasbranche erwartet mehr Resonanz, wenn ab 2021 die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für Bestandsanlagen endet. Sie fordert Nachbesserungen bei künftigen Ausschreibungen wie höhere Gebotsobergrenzen. Zum Ende dieses Jahres steht Deutschland eine Biogas-Leistung von 4.500 MW zur Verfügung. (az)
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