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Trotz der Ende November auf der Agrarministerkonferenz in Berlin gefundenen Eckpunkte für die nationale Umsetzung der Agrarreform sind im Detail viele Fragen offen und zwischen den Bundesländern umstritten. Der Anteil der Brachflächen wird unabhängig vom Flächenstilllegungssatz vermutlich ansteigen. Umstritten ist nicht ob, sondern welches Prämienvolumen zwischen den Bundesländern umverteilt werden soll, um ein einheitliches oder angenähertes Prämienrecht pro Hektar für ganz Deutschland zu erreichen. Dies berichtete Ministerialrat Ulrich Maaß vom Bundeslandwirtschaftsministerium auf dem Braunschweiger Getreidetag am Donnerstag in Wolfenbüttel. Für den Anfang 2004 vorzulegenden Gesetzesentwurf werde die Bundesregierung daher auf ihren früheren Vorschlag zurückgreifen: Wenn lediglich 35 Prozent des Prämienvolumens nach einem Flächenschlüssel verteilt würden, verlöre kein Bundesland mehr als 5 Prozent seines Prämienvolumens. Eine Einigung sei notwendig: Falls bis Mitte 2004 keine Regelung getroffen werde, werde in Deutschland ohne Einschränkung das Betriebsmodell Anwendung finden. Die Entkoppelung der Prämien wird nach Maaß einen Anstieg der Brachflächen bewirken.

Der Getreideanbau und dabei insbesondere die Roggenfläche dürfte eingeschränkt werden. Diese Erwartung teilte Werner Hilse, Präsident des Niedersächsischen Landvolkverbandes; in benachteiligten Regionen werde die Brache zulegen. Allerdings wachse auch der Einfluss des Marktpreises. Bei hohen Erlösen werde mehr Fläche bewirtschaftet als bei niedrigen. Die Liberalisierung der Märkte werde zu Getreidepreisschwankungen zwischen 70 und 200 EUR/t führen; der Liter Milch dürfte mit 18 bis 40 Cent bewertet werden. (GH)

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