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Thüringen will den ökologischen Landbau stärker als bisher fördern. Zu den rund 6 Mio. DM, mit denen die naturnahe Bewirtschaftung bisher pro Jahr unterstützt wurde, kommen ab diesem Jahr noch einmal 630.000 DM dazu. Dieser Sonderposten wird bis 2005 gewährt. Im Freistaat arbeiten derzeit etwa 170 Betriebe mit insgesamt 16.080 ha nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus. Das sind rund 3 Prozent der Betriebe insgesamt und etwa 2 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Ziel sei es, so das thüringische Landwirtschaftsministerium, den Ökolandbau in den kommenden fünf Jahren auf etwa 80.000 ha zu erweitern.

Man bekomme zwar täglich Anrufe von Betrieben, die sich für den Ökolandbau interessierten, sagte der Geschäftsführer des Fördervereins "Thüringer Ökoherz", Dr. Frank Augsten, während einer Beratung gestern in Weimar-Schöndorf. Von zehn Anrufern blieben in der Regel aber nur zwei ernsthafte Bewerber übrig. Nach Angabe des Thüringer Landwirtschaftsministers, Dr. Volker Sklenar, verzeichnete das Bundesland vor der BSE- Krise einen jährlichen Zuwachs an Ökobetrieben von 10 bis 15 Prozent. Die Verbrauchernachfrage nach Ökoprodukten habe in den vergangenen Wochen um bis zu einem Drittel zugenommen, informierte der Vorsitzende vom "Thüringer Ökoherz", Helmut Deckert. (Bm)
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