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Den Rückstand im Zuchtfortschritt, den die Blaue Süßlupine gegenüber den Hauptfruchtarten wie Weizen oder Kartoffeln hat, möchte das Julius-Kühn-Institut (JKI) verringern. Das Braunschweiger Institut arbeitet an Resistenzquellen, um die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegen die Anthraknose-Krankheit zu verbessern. Das JKI meldet erste Erfolge. Eine vom JKI entdeckte Resistenz erwies sich nach Angaben des Instituts in Labor- und Feldversuchen als deutlich wirksamer als die bisher weltweit einzige bekannte Resistenz in einer australischen Sorte. Die RKI-Forscherin Dr. Brigitte Ruge-Wehling beurteilt die Zukunft der Blauen Süßlupine in Europa optimistisch. Das Samenprotein sei sowohl für die Tierfütterung als auch in der menschlichen Ernährung ein hochwertiger Ersatz für Soja- und Tiereiweiß. Deswegen arbeite das RKI mit Partnern aus der Züchtung und dem Lebensmittelsektor zusammen, um der Blauen Süßlupine neue interessante Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen.

Weltweit größter Produzent von Lupinen ist Australien mit einer Anbaufläche von 424.000 ha. In Deutschland ist der Anbau in den vergangenen Jahren erheblich geschrumpft. Vor wenigen Jahren noch hatte die Fläche rund 50.000 ha umfasst. Seitdem die Eiweißprämie der EU gestrichen ist, hat der gesamte Anbau von Körnerleguminosen nachgelassen. Der Lupine macht außerdem die Krankheit Anthraknose zu schaffen. (ED)

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