Neuland

Mehr Kontrolle nach Skandal


Anfang der Woche hat der Verein Neuland, Träger des „Qualitätsfleischprogramms aus besonders tiergerechter Haltung“ ein neues Kontrollsystem vorgestellt. Damit reagiert der Verein auf den Skandal um falsch etikettiertes Hähnchenfleisch, der im April 2014 bekannt worden war. Ein Lieferant des Systems hatte konventionell erzeugtes Hähnchenfleisch über Jahre hinweg zu Neuland-Ware umetikettiert.

Neuland richtet nun ein Kontrollgremium ein, das künftig über Betriebsaufnahmen, Sanktionen und Ausnahmeregeln befinden soll. Außerdem sollen Warenflussregelungen genau nachhalten, wie viele Tiere aus Neuland-Betrieben an einen Schlachthof angeliefert werden und wie viel Neuland-Fleisch den Schlachtbetrieb wieder verlassen. Zudem formuliert der Verein gewisse „K.O.“-Kriterien, zu denen etwa das Kürzen von Schwänzen bei Schweinen gehört. Fleisch von entsprechend behandelten Tieren darf nicht im Neuland-System vermarktet werden.

„Durch diese Umstrukturierung des Neuland-Qualitätsfleischprogrammes wollen wir verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen und zeigen, dass eine besonders tiergerechte Nutztierhaltung möglich und notwendig ist“, sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Neuland-Vorstandsmitglied.

Der Verein Neuland wurde 1988 gegründet. Tiere, die Neuland-Fleisch liefern, haben Auslauf im Freien, liegen auf Stroh und bekommen keine gentechnisch veränderten Futtermittel. Zu den Trägervereinen von Neuland zählen der Deutsche Tierschutzbund, der BUND und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). (pio)
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