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Auf eine Landwirtschaft mit "mehr Markt und weniger Subventionen" sollten sich Landwirte schon jetzt einstellen. Diese Meinung vertritt Sachsens Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich. "Im Agrarsektor stehen mittelfristig einschneidende Veränderungen bevor", so der Minister anlässlich des 1. Zukunftsforums Landwirtschaft in Leipzig. Mehr als bisher werde auch in der Landwirtschaft der Markt die Produktion bestimmen. Die Zeiten, in denen knapp die Hälfte des EU-Haushalts der Landwirtschaft zu Gute käme, gingen "definitiv zu Ende". Dennoch sei dies kein "Horrorszenario" sondern vor allem eine Chance für Veränderung. Für den Landwirt heiße das, sich "dort zu positionieren, wo man wettbewerbsfähig" sei und nur "das zu produzieren, was Abnehmer findet".

Beim Zukunftsforum verwies Tillich auch auf die Rolle der Landwirtschaft als Dienstleister für gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Landwirte engagierten sich über ihre "eigentlichen Aufgaben hinaus für eine intakte Natur und Landschaft". Diese Leistungen würden nicht vom Markt entlohnt, seien aber nicht zum Nulltarif zu haben und müssten deshalb in Zukunft von der Allgemeinheit getragen werden. (ED)

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