Molkerei Ammerland

Mehr Milch und weniger Umsatz


Der Umsatz der Molkerei Ammerland verringerte sich 2015 um 18,6 Prozent auf 638,7 Mio. Euro. Die verarbeitete Milchmenge stieg dagegen um 5 Prozent auf 1,6 Mrd. kg. Die Zahl der Milcherzeuger konnte mit knapp 2.000 gehalten werden, teilte das Unternehmen mit. Die Genossenschaft produzierte in den beiden Werken in Dringenburg und Oldenburg 122.000 t Käse, 53.000 t Pulver, 25.000 t Butter und 127.000 t Frischprodukte. Der durchschnittliche Milchpreis für die Erzeuger lag 2015 knapp unter dem Bundesdurchschnitt bei 28,52 ct/kg netto (inklusive Warenrückvergütung). Gegenüber 2014 (36,46 ct/kg) ist das ein Rückgang von rund 22 Prozent. Im neuen Jahr sank der Preis erneut. Für im Februar gelieferte Milch erhielten die Landwirte nur rund 25 ct/kg.

Zur Bewältigung des für die kommenden Jahre erwarteten Milchmengenwachstums setzt Ammerland einen langfristigen Investitionsplan um. Der Einstieg in den Markt für haltbare Milch sei dabei ein wichtiger Schritt für das Unternehmen. Im April fällt dann der Startschuss für Ammerländer Weidemilch. Ab Herbst 2017 steigt Ammerland zudem mit einer Verarbeitungsmenge von 30 Mio. kg in den Biomarkt ein. Darüber hinaus ist der Bau einer neuen Käserei und einer neuen Molkenveredelung am Standort Dringenburg bereits in vollem Gange. Im Werk Oldenburg sollen Erweiterungsinvestitionen für die Stärkung der Leistungsfähigkeit sorgen. Allerdings geht es dem Management nicht nur um den Ausbau der Verarbeitungskapazität, sondern auch um die Erhöhung der Wertschöpfung.

Beim Absatz der gestiegenen Milchmengen setzt Ammerland auf den Export. Die Auslandstöchter in Ungarn, Spanien und Singapur und die Vertriebsbüros in China und USA hätten sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Der Absatz und Umsatz der Marke Ammerland sei gewachsen. Daher stehe der Ausbau der Internationalisierung auch weiterhin im Fokus. Zu einer höheren Wertschöpfung soll der Ausbau des Markengeschäftes in Deutschland beitragen.
Trotz des Umsatzeinbruchs kann das Unternehmen nach dem vorläufigen Bericht zum Geschäftsjahr 2015 eine gute Bilanzstruktur vorweisen. Der Eigenkapitalanteil stieg um 6,6 Mio. € auf 104,1 Mio. €. Die Eigenkapitalquote lag bei 43,1 Prozent. Vor Steuern konnte Ammerland ein Ergebnis von 4,4 Mio. € erzielen. Daraus soll nach Angaben der Molkerei nach der Generalversammlung 2016 noch eine Warenrückvergütung in Höhe von 1,6 Mio. € an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Der Jahresüberschuss betrug 1,98 Mio. €, der Bilanzgewinn 1,18 Mio. €. (SB)
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