Betriebsergebnisse

Metzger verdienen an billigen Schweinen


Im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt war das Jahr 2015 für die deutschen Metzger wirtschaftlich gesehen ausgesprochen erfreulich. Im vergangenen Jahr sind überdurchschnittlich hohe Betriebsergebnisse erzielt worden, stellt der Deutscher Fleischerverband (DFV) fest. Die Materialkosten - und dazu zählt vor allem der Einkauf von Schlachthälften oder Teilstücken - seien so niedrig gewesen wie zuletzt 2009. Auch der Anteil der Personalkosten am Umsatz sei 2015 der niedrigste der vergangenen zehn Jahre gewesen. Für die Statistik wertete der Verband mehr als 3.100 Umsatz- und Kostenanalysen aus den Jahren 2006 bis 2015 aus.

Der Anteil des Betriebsgewinns am Umsatz stieg 2015 auf einem Höchstwert von 14,2 Prozent und lag damit deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2015 (11,3 Prozent). Der Anteil der Materialkosten sank dagegen auf 42,8 Prozent auf einen Wert unter dem Durchschnitt der Vorjahre (44,4 Prozent). Die Energiekosten, die 2013 einen Höchststand von 3,8 Prozent erreichten, waren bis zum Jahr 2015 wieder auf 3,3 Prozent gesunken.

Die Fleischerfachgeschäfte reagieren auf den Verbraucherwunsch nach verzehrfertigen Lebensmitteln. So stieg der Anteil des Partyservice am Umsatz von durchschnittlich 3,1 Prozent im Jahr 2006 auf 9,4 Prozent im vergangenen Jahr. Für die gute Bilanz im Vorjahr siehr der DFV einen weiteren Grund: Viele Fleischereien hätten sich an der Flüchtlingsversorgung beteiligt. Dies habe die Auslastung der Betriebe und somit auch den Gewinn verbessert. (SB)
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