Konjunkturbarometer Agrar

Miese Stimmung in der Landwirtschaft


Das Konjunkturbarometer ist gegenüber der vorangegangenen Erhebung von Dezember 2015 regelrecht abgestürzt auf 3,4 von zuvor 11,8 Punkten. Damit nähere sich der Wert dem Rekordtief aus dem Herbst 2009, teilt der DBV dazu am Mittwoch mit. Seit Ende 2010 pendelte der Index, der die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartung an die künftige Entwicklung spiegelt, noch zwischen 30 und 35 Punkten.

Angespannte Liquiditätslage

Im Schnitt 21 Prozent der im Rahmen des Konjunkturbarometers befragten Landwirte beurteilen die Liquiditätslage auf ihren Betrieben als angespannt oder sehr angespannt. Bei den Futterbau- und Veredelungsbetrieben sind es sogar 27 Prozent. Vor einem Jahr klagten nur 11 Prozent der Befragten über Engpässe.

Das spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft der Erzeuger: Das Investitionsvolumen für die kommenden sechs Monate beträgt 3,7 Mrd. €, vor einem Jahr waren es noch 1,4 Mrd. € mehr, vor zwei Jahren sogar 2,4 Mrd. € mehr. Nur 23 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren, nach 34 Prozent vor einem Jahr. Das geplante Investitionsvolumen verteilt sich wie folgt: 2,4 Mrd. € sollen in den Bereich Ställe und Stalltechnik fließen, knapp 0,4 Mrd. € in Maschinen und rund 1 Mrd. € in erneuerbare Energien.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Dezember 2015 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 2.100 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland. (pio)
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