Crowdfunding

Milch fließt jederzeit


Geldsammler im Netz

Über Crowdfunding lassen sich Vorhaben über die Internetgemeinde finanzieren. Kommt ein Projekt oder ein Produkt zustande, bedankt sich der Initiator bei seinen Spendern mit einer Gegenleistung. Das ist dann entweder das fertige Produkt selber oder eine Nettigkeit wie eine Betriebsführung oder ein Dankesbrief. Crowdfunding erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. 2014 wurden 8,7 Mio. € eingesammelt. (kbo)

Auf fallende Milchpreise reagiert Benjamin Meise, Geschäftsführer der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH Buchholz, mit einer neuen Art von Direktvermarktung. Seine erzeugte Milch „soll zu Preisen, von denen unsere Kühe und Kollegen wieder leben können" vermarktet werden. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Installation einer 24-Stunden-Zapfanlage.

Gekühlt gezapft

Dort können Verbraucher ihre Milch rund um die Uhr und gekühlt für 1 € pro Liter zapfen. Um den Endverbraucher in die Aktion von Anfang an einzubinden, soll ein Teil der 10.000 € teuren Zapfanlage von Unterstützern über das Internet finanziert werden. Bisher sind schon mehr als 1.000 € über dieses Crowdfunding zusammengekommen. Als Gegenleistung gibt es in Abhängigkeit von der Spendenhöhe ein Eierpräsent, Crashkurse in Melken und Schlepperfahren oder einen Tag als Erntehelfer.

Die Zapfanlage fasst 100 Liter. Meise weiß natürlich, dass er darüber seine Tagesproduktion von 20.000 kg Milch nicht wird absetzen können. Eher will er dem wachsenden Bedürfnis der Verbraucher nach regionalen Erzeugnissen entgegenkommen. Daher sind weitere Warenautomaten mit frischen Eiern, Rindfleisch, Honig und saisonalen Feldfrüchten geplant.

Die Agrargenossenschaft befindet sich in Steinhöfel, etwa 50 km östlich von Berlin und in der Nähe eines Kurortes und einer Kleinstadt. Daher verspricht er sich eine gute Resonanz auf seine Automaten. Die Crowdfundingkampagne läuft noch 46 Tage. (kbo)
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