Niedersachsen

Milchbauern atmen durch

Nach Information des Landvolks Niedersachsen zieht die Nachfrage an. Zugleich lieferten die deutschen Milchviehhalter deutlich weniger Milch als in den Vorjahren an die Verarbeitungsunternehmen. „Unsere Milchvieh haltenden Landwirte leiten daraus die berechtigte Hoffnung auf weiter anziehende Erzeugerpreise ab“, sagt Landvolkvizepräsident Albert Schulte to Brinke. Er weist auch auf die höheren Preisabschlüsse für Frischprodukte mit den großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels hin, an diesem Plus müssten die Landwirte über höhere Auszahlungspreise durch die Molkereien beteiligt werden.

Die Hoffnung auf einen stabilen Miclhmarkt wächst

Aber nicht nur dieses relativ kleine Marktsegment nährt nach Darstellung Schulte to Brinkes Hoffnungen auf einen stabilen Milchmarkt, vielmehr seien Schnittkäse aber auch andere Käsesorten wie Cheddar und Mozzarella europaweit gut nachgefragt. Für den Buttermarkt notierten Marktbeobachter sogar einen historischen Höchststand bei den Preisen, auch die Nachfrage nach Milchpulver zieht allmählich wieder an. Milchfrischprodukte verkaufen sich angesichts der kühlen Witterung normal, hier rechnen Marktexperten mit einer Belebung bei steigenden Temperaturen. „Diese Markttendenzen sprechen die eindeutige Sprache eines von der Nachfrage dominierten Marktes mit anziehenden Preisen“, schildert Schulte to Brinke aus Erzeugersicht.

Warnung an die Milchbauern

Zugleich warnt er die Milchviehhalter, diese Tendenzen nicht erneut durch eine höhere Milchanlieferung zu gefährden. Der Markt brauche diese Phase der Erholung und Konsolidierung. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die saisonale Anlieferungsspitze bereits überschritten sein dürfte. Grund dafür sind die Teilnahme an nationalen Hilfsprogrammen zur Verfestigung des Milchmarktes, die unter anderem an eine Mengendisziplin gebunden waren sowie in erster Linie freiwillige Reaktionen der Milcherzeuger in den Krisenjahren 2015/16.

Die niedersächsischen Milcherzeuger haben im vergangenen Jahr gerade einmal gut 25 Cent je Kilogramm Milch erhalten, nach Einschätzung des Landvolkes ein deutlich zu geringer Preis. Derzeit bewegt sich der Auszahlungspreis auf einem Niveau von 31 bis 33 Cent je Kilogramm. Diese Entwicklung muss nach Einschätzung des Landvolkes weiter nach oben zeigen. (mrs)
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