Schweiz

Milchbranche fürchtet drastische Verluste

Nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) vergangene Woche beschlossen hat, den Mindestkurs von 1,20 Franken (CHF) pro Euro aufzuheben, geht die Molkereibranche von verheerenden Auswirkungen auf den heimischen Milchmarkt aus.

Die Erzeugerpreise werden voraussichtlich sinken; laut ersten groben Schätzungen der Branchenorganisation Milch (BOM) droht ein Wertschöpfungsverlust von mindestens 20 Mio. CHF, berichtet der LID-Mediendienst in Bern.

Der massiv stärkere Frankenkurs gegenüber dem Euro und dem US-Dollar habe unmittelbare Auswirkungen auf den Schweizer Milchmarkt, betont BOM. Beim A-Milchpreis (für Produkte mit Grenzschutz und mit Rohstoffpreisausgleich) habe der Wechselkurs einen indirekten Einfluss. Betroffen wären die Märkte für gewerblichen Käse, die nun einem deutlich höheren Konkurrenzdruck aus dem Ausland ausgesetzt seien. Aber auch die Verkäufe von Industriemilch im geschützten Bereich dürften leiden, weil durch den stärkeren Einkaufstourismus Marktanteile verloren gehen könnten.

B- und C-Milch besonders betroffen

Auf den B-Milchpreis (Milchprodukte ohne Grenzschutz oder Rohstoffpreisausgleich für den Inlandsmarkt und Export) hat der US-Dollarkurs einen direkten Einfluss: Ein Kurs von 88 Rappen gegenüber 1,02 CHF würde den B-Milchpreis um 2,5 auf 48,8 Rappen reduzieren, heißt es bei der BOM. Das führe zu einer Wertschöpfungsvernichtung von rund 11 Mio. CHF, unter der Annahme, dass 13 Prozent der angelieferten Milch im B-Segment eingekauft werden.

Bei der C-Milch (Produkte nur für den Weltmarkt) haben die Wechselkurse von US-Dollar und Euro ebenfalls einen direkten Einfluss. Der C-Milchpreis sinkt bei einem Eurokurs von 1,02 CHF und einem US-Dollarkurs von 88,0 Rappen um 3,7 auf 20,1 Rappen. Die Branchenorganisation rechnet hier mit einem Wertschöpfungsverlust von 2,5 Mio. CHF, wenn rund 2 Prozent der Milch im C-Segment landen. (Sz)
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