1

Die Mitglieder des Genossenschaftsverbands Norddeutschland (GVN) wollen im Milchgeschäft mit dem Einzelhandel „auf Augenhöhe verhandeln“. Über die Machtverhältnisse am Markt gibt sich der GVN jedoch keinen Illusionen hin. Michael Bockelmann, Direktor des GVN, rechnet künftig verstärkt mit Insolvenzen unter den Milcherzeugern. „Wer sich durch Fehlinvestitionen überschuldet, muss auch die marktwirtschaftlichen Konsequenzen tragen“, sagte Bockelmann gestern in Hannover. Es sei deshalb für die von der Zahlungsunfähigkeit bedrohten Landwirte wichtig, früh genug über den Ausstieg nachzudenken. Das Ende der Marktregulation beschleunige diesen Prozess. Die vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) geforderten Auszahlungspreise von bis zu 40 Cent/kg nannte Bockelmann „vollkommen unrealistisch“. Immerhin hätten die dem GVN angeschlossenen Molkereien 2004 den Milchpreis um 0,2 Cent/kg auf 27,24 Cent/kg gesteigert. Für seine Milchvermarkter strebt der GVN in den Jahresgesprächen mit dem Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) nach einer „fairen privilegierte Partnerschaft.“ Angesichts der Verhandlungsmacht des LEH bekannte Bockelmann: „Ein wirksames Druckmittel hierfür haben wir jedoch nicht.“ (hol)
stats