Genossenschaften

Milcherzeugung Molau will weitermachen

Die Gläubiger der insolventen Milcherzeugung Molau eG aus Naumburg/Sachsen-Anhalt haben bei einem Berichts- und Prüftermin am Amtsgericht Halle einer Fortführung des Geschäftsbetriebs zugestimmt. Ebenfalls grünes Licht bekam die Fortführung des Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung. Das Unternehmen wurde beauftragt, einen Insolvenzplan zu erstellen, teilte die Sanierungsberatungsfirma Schultze & Braun mit. „Diese Entscheidung zeigt das Vertrauen der Gläubiger in die Arbeit der Geschäftsführung, der Sanierungsberater und des Sachwalters", so Generalbevollmächtigter Detlef Specovius von Schultze & Braun.

Derzeit laufe der Geschäftsbetrieb angesichts eines leicht gestiegenen Milchpreises auskömmlich. „Wir sind daher nicht unter unmittelbarem Zeitdruck, zumal wir intern bereits einige Sanierungsmaßnahmen ergriffen haben, etwa indem ein neuer Milchliefervertrag vereinbart werden konnte", so Matthias Krebs, Vorstand der Genossenschaft. „Jetzt geht es darum, einen Insolvenzplan zu erstellen und mit den Gläubigern abzustimmen", ergänzt Specovius. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

Parallel würden Verhandlungen mit Interessenten laufen, die sich eine Übernahme von Teilen des Geschäftsbetriebs vorstellen könnten. „Diese Verhandlungen werden wir in den kommenden Wochen weiter vorantreiben", sagt Specovius.

Die Genossenschaft hatte im Juli 2016 Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt, nachdem der stark gefallene Milchpreis die Kosten des Unternehmens nicht mehr gedeckt hatte. Das Amtgericht Halle eröffnete das Verfahren zum 1. Oktober und bestellte Herbert Feigl von der Kanzlei Feigl & Rothamel zum Sachwalter. Die Milcherzeugung Molau beschäftigt 45 Mitarbeiter. (Sz)
stats