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Weil tschechische Landwirte Milch zunehmend nach Deutschland liefern, kündigte der größte Milchverarbeiter des Landes, die Budweiser Gesellschaft Madeta, für 2005 eine Einschränkung der Produktion und Entlassung von rund 150 Beschäftigten an. Zuvor hatte die tschechische Milchgenossenschaft "Süd" bekanntgegeben, dass sie ab 2005 jährlich 75 Mio. Liter Milch an die Goldsteig Käsereien Bayerwald GmbH in Cham liefern werden. Für Madeta, die bislang von der Genossenschaft rund 300 Mio. l Milch ankaufte, bedeutet dies einen schmerzhaften Einschnitt, berichtet die Landespresse. Madeta-Chef Milan Teply, warf den Milchlieferanten "Jagd nach kurzfristigen Vorteilen" vor.

Nach dem Beitritt Tschechiens zur EU nutzen die dortigen Agrarproduzenten rege die Möglichkeit, Rohmilch in benachbarte Mitgliedsländer zu Preisen zu liefern, die um bis zu einem Zehntel höher liegen als die der heimischen Verarbeiter. So sind aus dem Lande in den ersten drei Monaten der EU-Mitgliedschaft nach Angaben des Tschechisch-Mährischen Molkereienverbandes insgesamt rund 6,5 Mio. kg Rohmilch exportiert, im Gegenzug aber 8 Mio. kg importiert worden. Die Importe waren notwendig, um die Versorgung der tschechischen Molkereien zu sichern. (pom)

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