Milchgipfel findet weitgehend positives Echo

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Die Resonanz auf die Ergebnisse des gestern zu Ende gegangenen Milchgipfels in Berlin ist grundsätzlich positiv. Für Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), sind die Ergebnisse ein wichtiger Teilerfolg. Mit der Anpassung des Umrechnungsfaktors und der Abschaffung der Molkereisaldierung sei kurzfristig eine Marktentlastung um etwa 1,5 Prozent der Milchmenge möglich. Aber die Erzeuger müssten in diesem Jahr strikte Quotendisziplin einhalten, mahnte Schaber. Auch die gewünschten Änderungen auf EU-Ebene müssten konsequent verfolgt werden. Schaber warnte vor zu großen Erwartungen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßte die Zusage der Molkereiwirtschaft, die Strukturen zu verbessern, und forderte eine zügige Umsetzung. Auf die Notwendigkeit der Strukturverbesserung in den Vorstufen des Handels wies auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hin. Auf Länderebene wird der Maßnahmenkatalog ebenfalls begrüßt. Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller sagte die Unterstüzung Bayerns im Bundesrat zu für die angedachten Änderungen zur Aussetzung der Molkereisaldierung und die Änderungen der Milch-Güteverordnung.

Inwieweit die Pläne von Bund und Ländern zur Senkung der Milchmenge tatsächlich zu höheren Preisen führen, ist noch offen. Die Forderung nach einem EU-Milchfonds hatte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel in Brüssel bereits abgelehnt. Und ob die vom Milchbauern-Verband geforderte selbstfinanzierte Umlage der Bauern zur Abfederung von Angebotsspitzen möglich ist, soll erst in einer Arbeitsgruppe geprüft werden, die sich aus Vertretern des Bundes und der Länderministerien sowie des BDM und des DBV zusammensetzt. Denn dafür wäre eine Änderung von EU-Recht notwendig. (AW)

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