Freihandel

Milchindustrie unterstützt TTIP


„Wir erhoffen uns Wachstumsschritte durch den Zollabbau“, begründete der Präsident des Milchindustrieverbandes (MIV), Dr. Karl-Heinz Engel, heute in Berlin die Empfehlung des Verbandes, das geplante Freihandelsabkommen TTIP abzuschließen. Grundsätzlich würde von exportorientierten Unternehmen ein Mehr an Freihandel immer begrüßt. Auch sei der Warenaustausch im Milchsektor mit den Vereinigten Staaten ausbaufähig, so Engel.
Besonders für Käsespezialitäten aus der EU und Deutschland bestehe Wachstumspotenzial. In den USA würden im Markt praktisch nur vier Käsesorten angeboten, „die sich bei genauer Betrachtung nur durch ihre Farbe unterscheiden“, bemerkte Engel. Die Vielfalt europäischer Käseprodukte sei sicherlich auch für die US-amerikanischen Konsumenten sehr attratktiv, gab er sich überzeugt.

Davon getrennt müsse das EU-Schutzrecht für regionale Produkte gesehen werden. Im Bereich der Milchwirtschaft gebe es nur wenige Produkte, deren Rezepturen und Erzeugnisnamen geschützt seien. Bekanntestes Beispiel sei der Allgäuer Emmentaler. Niemand wolle den Schutz dieser Namen aufgeben, doch müssten in den bilateralen Verhandlungen Kompromisse gefunden werden, sagte Engel. Der Verbandspräsident wies darauf hin, dass von der EU ausgesprochene Verbote der Vermarktung von in Deutschland hergestellten Feta- und Parmesankäseprodukten den Milcherzeugern riesige Schäden bereitet hätten. (jst)

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