Produktionsbilanz

Milchkrise trifft den Osten härter

Betriebsaufgaben und Anreizprogramme zur Produktionsdrosselung wirken sich spürbar auf das Milchaufkommen in Deutschland aus. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) verzeichnet bei Milch aus konventioneller Erzeugung für den Oktober 2016 gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang der Produktion um 4,4 Prozent auf 2,39 Mio. t. Dabei zeigen sich allerdings klare Unterschiede zwischen Ost und West. Während in den alten Bundesländern das Minus nur bei 3,6 Prozent liegt, verzeichnen die fünf neuen Länder einen doppelt so großen Rückgang (7,3 Prozent). Tiefe Spuren hat die Milchkrise in Mecklenburg-Vorpommern (-10,3 Prozent), in Berlin und Brandenburg (-9,0 Prozent) sowie in Thüringen (-8,3 Prozent) hinterlassen. In Sachsen und Sachsen-Anhalt verringerte sich die Produktion mit 4,5 Prozent etwa auf dem Niveau des Bundesdurchschnitts.

Die Landwirte in Süddeutschland ließen sich von den niedrigen Milchpreisen am wenigsten beeindrucken, dort war das Erzeugerpreisniveau aber auch höher als im Bundesdurchschnitt. Die Milchbauern in Bayern drosselten die Produktion um 2,8 Prozent, die in Baden-Württemberg um 2,2 Prozent. Den größten Einbruch gab es im Westen laut BLE im Gebiet Hessen/ Rheinland-Pfalz/ Saarland mit einem Minus von 7,4 Prozent sowie in Schleswig-Holstein/ Hamburg mit 5,5 Prozent. In Niedersachsen/ Bremen (3,3 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (2,8 Prozent) ging die Produktion nur moderat zurück.

Im Gegensatz zur konventionell erzeugten Milch konnte die Biomilch-Produktion im Oktober im Jahresvergleich bundeweit um 7,1 Prozent auf 64.302 t gesteigert werden. Der Anteil der Biomilch an der gesamten Milchproduktion stieg von 2,35 auf 2,66 Prozent. (SB)
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