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Trotz "Milchgipfel" macht der Milchmarkt Sorgen. Hohe Anlieferungsmengen, nicht nur in Deutschland, haben die Notierungen und den Kieler Rohstoffwert nach unten gedrückt, teilt der Milch Industrieverband (MIV) mit. Impulse aus dem Exportgeschäft fehlen. Der Verbraucher reagiert bereits wieder auf angehobene Produktpreise mit Kaufzurückhaltung. Die Milchpreise haben und werden sich regional unterschiedlich entwickeln. Einige Molkereien haben noch "Nachholbedarf" andere haben bereits in der Vergangenheit aus der Substanz bezahlt. Im Monat August werden zum erstem Mal die Milchpreise unter dem Vorjahresergebnis liegen. Insgesamt wird Deutschland aber in etwa den Milchpreis auszahlen, der auch im guten Vorjahr erreicht worden ist. Die Milchwerke Berchtesgardener Land Chiemgau eG, Piding, kann die im Rahmen des Milchboykotts zugesagten Auszahlungspreise von 43 Cent je Kilogramm nicht halten. Im August wird das Unternehmen die Preise auf 40 Cent zurück nehmen, teilt die Geschäftsführung mit. Nach Ansicht des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) hat der Milchlieferboykott die deutschen Landwirte rund 70 Mio. € Milchgeld gekostet. (HH)
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