MEG Milch Board

Milchpreis deckt nicht die Kosten

Vom 2. zum 3. Quartal 2016 haben sich die Milcherzeugungskosten kaum verändert. Der vom MEG Milchboard publizierte Milch Marker Index liegt für den Zeitraum Juni bis September 2016 unverändert bei 108 Punkten. Demnach lagen die Milcherzeugungskosten mit 44,77 ct/kg um 0,28 kg niedriger als im 2. Quartal.

Seit Jahren im roten Bereich
Der Milch Marker Index (MMI) wird seit 2009 veröffentlicht und hat seitdem noch nie einen kostendeckenden Milchpreis ergeben. Die Erzeugungskosten liegen seit 2012 zwischen 44 und 45 ct/kg. Selbst in den Jahren 2013 und 2014 mit einem durchschnittlichen Milchpreis von knapp 39 ct/kg wurden die Produktionskosten nur zu 85 Prozent gedeckt.

Betriebskosten leicht gesunken

Beim Futter und der Unterhaltung für Gebäude und Maschinen senkten die Erzeuger die Kosten um 0,86 Cent. Negativ wirkten sich um etwa 0,50 Cent niedrigere Rindererlöse aus. In Ostdeutschland sanken die Erzeugungskosten um 0,89 Cent am stärksten, während die Kosten im Süden nahezu unverändert blieben.

Kein Ende der Preiskrise

Die im 3. Quartal gestiegenen Milchpreise verringerten die Unterdeckung der Milcherzeugungskosten um 13 Prozent auf 33 Prozent. Die Milchauszahlungspreisen stiegen um 5,65 Cent auf 30,05 ct/kg und deckten so 67 Prozent der Produktionskosten. „Dies bedeutet aber nicht das Ende der Erzeugerpreiskrise, entspricht das aktuelle Niveau doch genau dem der Kostenunterdeckung im Krisenjahr 2009“, bewertet das Milch Board die Zahlen.

Hoffnung auf weitere Preissteigerungen

Die weitere Entwicklung sei nur schwer abzuschätzen, heißt es in einer Mitteilung des Milch Boards. Der Erholungstrend der vergangenen Monate scheine langsam abzuebben und in eine Seitwärtsbewegung überzugehen. Die Fundamentaldaten am Milchmarkt seien aber weiterhin gut. Mit der Amtsübernahme des US-Präsidenten Donald Trump komme Bewegung in die Rohstoffmärkte. Der Öl-Preis ziehe an, und es sei fraglich wie lange die EU ihre Embargopolitik gegenüber Russland noch aufrechthalten will und kann. Trifft die Belebung der Agrarmärkte auf eine weiterhin verhaltene Produktionsbereitschaft bei den Milcherzeugern, werde dies zwangsläufig zu weiteren Preissteigerungen führen, so das Milch Board.

Kritik an Preispolitik der Molkereien

Kritisiert wird die Preispolitik der Molkereien, von denen ein Großteil bereits heute deutlich höhere Preise bezahlen könnte, „diese aber den Bauern vorenthält“. „Gerade die Markenhersteller legen sich aktuell ein dickes Fettpölsterchen an, während auf den Milchviehbetrieben die letzten Reserven verbrannt werden“, meint der Vorstandsvorsitzender der MEG Milch Board Peter Guhl. (SB)
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