IFCN Dairy Research Center

Milchpreis von 40 Cent in Sicht

Experten sehen Potential für weiter steigende Milchpreise.
-- , Foto: Claudia Kirschke/LWK Niedersachsen
Experten sehen Potential für weiter steigende Milchpreise.

Die Milchwirtschaft hat Zukunft - eine gute sogar. Zu diesem Schluss kamen die im VDMA organisierten Agrartechnikhersteller im Rahmen ihres Milchforums, das kürzlich in Kassel stattfand. „Nach einer fast dreijährigen Durststrecke meldet sich die Milchbranche zurück. Denn das Preisniveau steigt wieder", sagte VDMA-Geschäftsführer Dr. Bernd Scherer. Und es gebe handfeste Indizien dafür, dass es sich dabei keinesfalls um ein Strohfeuer handle.

Milchpreis wird deutlich zulegen

Der Milchpreis habe sich in den vergangenen Monaten bereits deutlich stabilisiert. Der Dezember-Wert 2016 bewegte sich um 13 Prozent über dem Vorjahresniveau. „Die gute Botschaft lautet: Der Milchpreis wird im Laufe dieses Jahres auf Vorkrisenniveau steigen und sich bei 35 bis 40 Cent pro Kilogramm einpendeln. Magermilch und Butter sind die ersten Frühindikatoren", so Dr. Torsten Hemme, Direktor des Kieler IFCN Dairy Research Center.

Die „Wachstumsstory der Milchbranche" werde sich fortsetzen. Man müsse allerdings lernen, dass sich die Märkte zyklisch verhalten. „Der nächste Preiszyklus mit Hochphase wird im Übergang zum kommenden Jahr starten", prognostizierte der Milchmarktexperte.

Europa dürfte am meisten profitieren

Innerhalb der kommenden zehn Jahre erwartet Hemme ein starkes Wachstum der globalen Milchproduktion um 200 Mio. t. „Das entspräche dem Zweieinhalbfachen der aktuellen US-amerikanischen Jahresproduktion. Europa dürfte davon am meisten profitieren und in den kommenden Jahren zum größten Milchproduzenten der Welt werden", erwartet Hemme. Die globale Entwicklung kommt, so die Expertenrunde, in erster Linie innovativen Betrieben zugute. Denn moderne Agrartechnik erhöht die Prozesseffizienz auf dem Acker und im Stall ganz erheblich.

Digitale Vernetzungslösungen, die den Fokus auf jedes einzelne Tier legen, wirkten „buchstäblich als Effizienzverstärker". Damit lasse sich das Ertragspotenzial und die Aktionsfähigkeit eines Milchviehbetriebs überaus günstig beeinflussen. (Sz)
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