Herrsching

Milchproduktion steigt weiter

"Die EU bleibt der größte Milcherzeuger weltweit", erklärt Herbert Dorfmann, Abgeordneter der Südtiroler Volkspartei (SVP) im Europäischen Parlament. Derzeit betrage die Produktionsmenge weiterhin rund 152 Mio. t. jährlich.


Zugleich sei der EU-Markt gesättigt, merkt der Referent der in diesen Tagen in Herrsching stattfindenden "Woche der Erzeuger und Vermarkter" fest. Deshalb müssten Jahr für Jahr rund 15 Mio. t Milch in Drittländer exportiert werden. Dorfmann rechnet auch für die kommenden Jahre mit einem konstanten Verbrauch in Europa. Mittelfristig werde die Erzeugung in der EU aber nochmals um etwa 10 Prozent auf rund 165 Mio. t anwachsen, so der Parlamentarier. Der Export müsse sich also in dieser Zeit verdoppeln. 

In diesem Jahr sei die Ausfuhr zum Beispiel von Käse aber um 11 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig sei die Produktion gewachsen. Vor allem gib es Schwierigkeiten beim Absatz in den asiatischen Raum. Der Wegfall der russischen Absatzmärkte trifft besonders die Baltischen Staaten sowie Polen, heißt es zur Erkärung. Dort seien die Molkereiauszahlungspreise dramatisch gesunken. 

Dormann ging auch auf die Diskussion um die Intervention ein. Ein höherer Interventionspreis würde in Regionen mit günstigen Produktionskosten als Anreiz für die Milcherzeugung verstanden. Er sieht einen Interventionspreis von umgerechnet 23 bis 25 Prozent als "vertretbar". Im übrigen gab er zu bedenken, dass die Intervention zwar kurzfristig die Preise festigen kann. "Damit ist die eingelagerte Ware aber nicht verschwunden. Irgendwann kommt sie wieder auf den Markt, wenn gerade die Phase der Stabilisierung beginnt." 


Die Debatten über das Freihandelsabkommen TTIP würden in Deutschland zu 90 Prozent ideologisch geführt. Dies könne nachteilige Folgen haben. Mit Asien, dass 60 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, hätten die USA bereits ein Freihandelsabkommen vereinbart. Diese Märkte werden künftig verstärkt "bespielt". Wörtlich sagte Dorfmann: "Wenn wir tatenlos zusehen, werden wir bald allein darstehen". (HH) 




   
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