Milchverhandlungen auf Augenhöhe

Milcherzeuger suchen nach Lösungen, wie sie ihre Position in den Verhandlungen mit den Molkereien verbessern können. Große Verunsicherung herrscht über den derzeitigen Rückgang der Milchpreise. Die aktuellen Prognosen, dass der Milchpreis sinken werde, heizte die Stimmung beim Bauerntag im mecklenburgischen Karow in dieser Woche zusätzlich an. Der Bundesverband Deutscher Milchviehalter (BDM) hatte zu diesem Treffen eingeladen. Agrarminister Dr. Till Backhaus nahm konkret Stellung zur Marktsituation. Konkret sieht er in der Fusion von  Nordmilch eG und Humana eG zum Deutschen Milch Kontor (DMK) keine Verbesserung. Aus seiner Sicht müsse das Marktstrukturgesetz so angepasst werden, dass Milcherzeuger und Molkereien auf Augenhöhe miteinander verhandeln.

Backhaus sprach sich für eine Bündelung des Rohmilchangebotes aus. Demnach könnten ab kommenden Herbst Erzeugerorganisationen Verträge über Lieferungen bis zu 5,2 Mio. t Milch abschließen. Dass diese auch grenzüberschreitend geschlossen werden dürfen, soweit dies das Quotenrecht zulässt, wertet der Minister als „deutlichen Zugewinn". Auch der polnische Agrarminister Marek Sawicki schilderte in Karow die unbedeutende Marktposition der Milcherzeuger in Polen in der Vermarktungskette. Das größte Problem sei hier die Konzentration im Handel. „Es ist völlig unmöglich, einen schnellen Ausgleich zu schaffen", so der polnische Minister. Er sprach sich dafür aus,  dass die Milchquoten zumindest bis 2020 erhalten bleiben,  um bis dahin an  neuen Lösungen arbeiten zu können.
 
Um die Position der Milcherzeuger zu verbessern, plädierte BDM-Vorsitzender Romuald Schaber ebenfalls dafür, zum einen die Bündelung der Milch voranzubringen und zum anderen eine gemeinsame flexible Mengensteuerung in Erzeugerhand zu etablieren. Nur dann könne sich die Position der Milcherzeuger in den Verhandlungen mit den Molkereien verbessern. (da)
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