Milchwirtschaft hofft auf Wirkung der Intervention

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Der seit Monaten anhaltende Abwärtstrend am Milchmarkt hat sich inzwischen am Interventionspreis orientiert. EU-weit hohe Milchanlieferungen bei schleppendem Absatz, insbesondere beim Export, lassen die Lagerbestände anwachsen, heißt es beim Milchindustrie- Verband (MIV) in Berlin. Die Milchwirtschaft hofft nun auf die Wirkung der Intervention in diesen Wochen. Die Markterlöse könnten sich eventuell auf sehr niedrigem Niveau stabilisieren. Für die nächsten Monate sieht der MIV allerdings kaum eine Besserung der Verhältnisse. Für den Vorsitzenden des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, sind dagegen EU-Maßnahmen zur Marktstützung einschließlich der Exporterstattungen ein falscher Weg. Damit werde die Existenznot der Milchbauern nicht gelindert. Schaber unterstrich seine Forderung, dass die EU die Überproduktion abstellen müsse. Nur so könne ein weiterer Milchpreisverfall verhindert werden. Eine strikte Marktliberalisierung wäre das Ende einer bäuerlichen Milchviehhaltung, befürchtet Schaber.(HH)
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