Winterraps

Milder Winter fördert Schädlinge


Ein überdurchschnittliches Auftreten der Schaderreger Rapserdfloh und Kohlfliege sowie das erstmalige Verbot der Neonikotinoiden Beize führte in Mecklenburg-Vorpommern vielerorts zum starken Befall der Rapsbestände. Viele Landwirte sind derzeit unsicher, ob ein Umbruch der Flächen notwendig wird oder ein ausreichender Ertrag sichergestellt werden kann. Betriebsbefragungen zeigten, dass im Vergleich zu den Vorjahren bis zu drei Mal häufiger Insektizide ausgebracht werden mussten, teilte das Landwirtschaftsministerium des Landes mit. Trotzdem habe mancherorts ein Umbruch im Herbst nicht verhindert werden können. Derzeit könnten noch keine seriösen Frühjahrsprognosen für die Gesamtfläche der Umbruchsflächen für das Bundesland erstellt werden.

Frühjahrsfraß in geschwächten Beständen

Der milde Winter verschonte die geschädigten Bestände vor Starkfrösten. Unglücklicherweise sei diese Witterung auch vorteilhaft für die Entwicklung der Schaderregerpopulationen. Unklar ist, wie sich ein Frühjahrsfraß der Schaderreger in stark geschwächten Beständen auswirkt. Zusätzlich können die Fraßstellen als Eintrittspforten für pilzliche Schaderreger dienen und erhöhen somit das Risiko einer Verticillium- und Phomainfektion. Um die Ausgangssituation besser einzuschätzen, sollten jetzt der Befall und die Wurzeln bonitiert sowie die Bestandsdichte ermittelt werden, empfiehlt die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft. Zeigten sich vitale Pflanzen mit kräftigen Wurzeln und einer guten Standraumverteilung, könne auch mit einer Bestandsdichte von zehn Pflanzen je Quadratmeter noch ein akzeptabler Ertrag erzielt werden.

Anbaualternativen prüfen

Präsentieren sich die Bestände allerdings nicht wie erwartet, sollte bei einer Umbruchentscheidung einiges bedacht werden. Alle bereits getätigten Aufwendungen werden mit wenigen Ausnahmen wie der Düngung als „untergegangene Kosten“ nicht berücksichtigt. Außerdem habe der Zeitpunkt des Umbruchs einen großen Einfluss auf verfügbare Anbaualternativen. Diese legen die Ertragshöhe fest, ab der ein Umbruch unwirtschaftlich ist. Beispielrechnungen können für alle in Frage kommenden Fruchtarten angepasst werden. Die Landwirte sollten dabei auch ihre betriebliche Erfahrungen und Möglichkeiten berücksichtigen.

Informationen zur aktuellen Situation und zu Versuchsergebnissen aus Mecklenburg-Vorpommern sowie den Kalkulator zur Umbruchentscheidung bietet die Landesforschungsanstalt auf ihrer Homepage. (SB)
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