Güterschienenverkehr

Millionenstrafe für Güterzug-Betreiber


Dabei muss die Deutsche-Bahn-Tochter Schenker 31,8 Mio. € berappen, Express Interfracht, ein Teil der Österreichischen Bundesbahnen, bekam eine Geldbuße in Höhe von 17,4 Mio. € aufgebrummt.

Fast acht Jahre lang haben die Unternehmen laut der EU-Kommission Preise abgesprochen und ihre Kunden für die „Balkantrain-„ und „Soptrain“-Dienstleistungen in Europa aufgeteilt. Damit hätten sie gegen das EU-Kartellrecht auf dem Markt für sogenannte "Ganzzugladungen" verstoßen, teilte die Europäische Kommission mit. Der "Balkantrain" gewährleistet die Verbindung zwischen West- und Mitteleuropa und Südosteuropa. Der "Soptrain" verbindet Mitteleuropa mit Rumänien.

Bei "Ganzzugladungen" handelt es sich um ein Güterbeförderungssystem von einem Knotenpunkt zum anderen, ohne dass die Wagons aufgeteilt oder zwischendurch abgestellt werden. Dies spart Zeit und Geld für Kunden aus einer Vielzahl von Branchen, insbesondere aber jenen, in denen Güter mit großem Volumen zu befördern sind. Ganzzugladungen sind grundsätzlich wirtschaftlich effizienter als der herkömmliche Güterschienentransport, vor allem bei der Beförderung eines einzigen Guts.

Kühne+Nagel aus der Schweiz, eines der größten Transport- und Logistikunternehmen in Europa, beteiligte sich ebenfalls am Kartell, wurde aber mit keiner Geldbuße belegt, da das Unternehmen aufgrund der Bekanntgabe des Kartells unter die Kronzeugenregelung der Kommission von 2006 fiel. Express Interfracht und Schenker erhielten nach der Kronzeugenregelung Geldbußenermäßigungen, weil sie bei der Untersuchung mit der Kommission kooperiert hatten. Da alle drei Unternehmen einem Vergleich mit der Kommission zustimmten, wurde ihre Geldbuße um weitere 10 Prozent reduziert. (az)

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