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In Bodenproben von ökologisch bewirtschafteten Flächen in Mecklenburg-Vorpommern konnte das Landespflanzenschutzamt bislang keine Herbizidwirkstoffe nachweisen, wie nach Abdriftschäden vermutet worden war. Das Landwirtschaftsministerium in Schwerin teilt mit, dass somit keine Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr von Obst, Gemüse und Kräutern besteht, die auf den betroffenen Flächen angebaut werden. Landesweit sind bislang rund 30 Hinweise auf eine fehlerhafte Ausbringung des Herbizids Brasan beim Landespflanzenschutzamt eingegangen.
Auf Anweisung des Landwirtschaftsministers Till Backhaus werde in allen Fällen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren auf der Grundlage des Pflanzenschutzmittelgesetzes eingeleitet, so das Ministerium. Die Entschädigungsfrage müsse in einem zivilrechtlichen Verfahren geklärt werden. Insbesondere die Kräutergarten Pommernland e.G. in Vorpommern hat einen materiellen Schaden beklagt. Ob diesem und anderen betroffenen Ökobetrieben die Anerkennung entzogen werde, müssen die Öko-Kontrollstellen entscheiden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Ein Tausch der betroffenen Flächen mit nicht behandelten Stillegungsflächen sei unter Umständen möglich.
Backhaus hat indessen an konventionell wirtschaftende Landwirte appelliert, die gesetzlichen Grundlagen und die Regeln der guten fachlichen Praxis strengstens einzuhalten. Dabei sollte besonders sensibel auf Flächen vorgegangen werden, die unmittelbar an ökologisch bewirtschaftete Flächen grenzen. Zudem hat Backhaus verstärkte Kontrollen angekündigt. (ED)
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