Niedersachsen

Minus bei Milchbetrieben bleibt

So kommt die Kammer zu dem Schluss, dass die Einnahmen trotz steigender Milchpreise noch nicht ausreichten, um die Bauernfamilien existenziell über Wasser zu halten. Mit Blick auf das prognostizierte Unternehmensergebnis in Höhe von durchschnittlich 58 000 € je Betrieb stellte Kammerpräsident Gerhard Schwetje fest, dass sich davon „die Lebenshaltungskosten von zwei Familien, die in aller Regel einen solchen Betrieb bewirtschaften“, nicht decken ließen.

Für die Phase niedrigster Milchpreise im Juni 2016 bezifferte Schwetje das Defizit für einen Betrieb mit 130 Kühen auf 10 700 € pro Monat. Der Kammerpräsident schilderte, dass dies etwa so sei, als ob der Milchbauer morgens in den Stall gehe und er 360 Euro „Eintritt“ zahle, um dort den ganzen Tag "hart zu arbeiten".

Trendwende am Milchmarkt komme für viele zu spät

Der Leiter des Unternehmensbereichs Markt der Kammer, Albert Hortmann-Scholten, bestätigte die Trendwende am Milchmarkt; diese kommt seiner Ansicht nach allerdings für viele Milchbauern zu spät. Außerdem erhielten die Erzeuger nicht einmal mehr die Hälfte des Einkaufspreises an der Ladentheke, gab Hortmann-Scholten zu bedenken. Den verbleibenden 9 800 niedersächsischen Milchviehbetrieben riet er dazu, sich schon jetzt auf die nächste Krise vorzubereiten. Dazu gehöre auch die Optimierung der Produktion im Sinne eines „Wachsen ohne größer zu werden“. Auf vielen Höfen bestehe durchaus noch Potential, um die Kosten zu senken. (mrs)
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