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Die erneute Verschiebung einer Entscheidung der Bundesregierung über Entsorgungs- und Entschädigungsfragen bei Mischfutterunternehmen ist mit aktivem Verbraucherschutz und der Glaubwürdigkeit politischer Zusagen nicht vereinbar, bemängelt der Deutsche Verband Tiernahrung (DVF), Bonn. Die Präsidenten des DVT, Manfred Schräder und Anton Schumann zeigten sich enttäuscht, dass offenbar die föderale Struktur Deutschlands missbraucht werde, um längst überfällige Entscheidungen zu verzögern. Der DVT hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass bundesweit noch immer rund 65.000 t jetzt verbotener Futtermittel lagern, die dringend entsorgt werden müssen. Etwa die Hälfte dieser Menge sind verbotene Rohstoffe, also Tiermehle, Fischmehl und Fett. Der Rest sind fertige Mischfuttersorten, die ebenfalls dem Verfütterungsverbot unterliegen.

Die erneute Verschleppung einer Entscheidung sei auch deswegen nicht hinnehmbar, weil die Mischfutterunternehmen bereits vor Inkrafttreten des Verfütterungsverbotes auf Grund einer Aufforderung der Bundesregierung das Inverkehrbringen dieser Futtermittel gestoppt haben. Dies sei auch auf Grund der Zusage der Bundesregierung erfolgt, dass staatlicherseits die verbotenen Futtermittel übernommen, ausgetauscht und entsorgt werden. Mittlerweile seien mehr als vier Monate vergangen und die Lagerbestände behinderten unverändert eine reibungslose Produktion in den Mischfuttersorten und verursachten täglich zusätzliche Kosten. (ED)
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