Mit Skalpell und Spritze gegen Ebergeruch


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Weil Verbraucher kein Eberfleisch kaufen, werden Ferkel kastriert. Für die Tiere ist die Prozedur eine schmerzhafte Angelegenheit. Sie wird oft ohne Betäubung ausgeführt, weshalb Tierschützer sie am liebsten ganz verbieten wollen. Die EU ist nun auf der Suche nach besseren Methoden, da sie auch im Aktionsplan Tierschutz des Europäischen Parlaments ein Thema ist. Die Schweinehalter fürchten dagegen höhere Kosten, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Diskutiert werden zum einen die Ebermast, bei der die Tiere sehr früh geschlachtet werden. Für die Mäster entstehen durch das geringere Schlachtgewicht Einbußen. Diese Alternative bevorzugen die Tierschützer.

Eine andere Möglichkeit ist die immunologische Kastration, quasi eine "Impfung gegen Ebergeruch". Für den tierschutzbeauftragten der SPD-Bundestagsfraktion Dr. Wilhelm Priesmeier sieht darin "eine praxisreife und ökonomisch tragfähige" Alternative. Völlig unklar ist, wie die Verbraucher auf die immunologische Kastration reagieren. Umfragen zeigen, dass die meisten Konsumenten gar nicht wissen, dass Ferkel kastriert werden. Die Landwirte hingegen fürchten, schnell in die Defensive zu geraten, sollte das Thema öffentlich diskutiert werden. (SB)

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